Die Aktien des Raffineriebetreibers Petroplus fallen am Morgen mit grossen Avancen auf. Die Gesellschaft hatte am Mittwochabend gemeldet, dass sie mit Kreditgebern eine «temporäre» Übereinkunft getroffen habe. Dank dieser sei der Betrieb der Raffinerien in Coryton (Grossbritannien) und Ingolstadt (Deutschland) bis auf weiteres sichergestellt.

Petroplus hat damit fürs Erste Zeit gewonnen. Der Kurs der Titel reagierte positiv auf die Neuigkeiten: Petroplus notieren um 11.15 Uhr 27,5 Prozent höher auf 1,59 Franken. Eröffnet hatten die Titel den Handel gar mit einem Plus von 47,5 Prozent. Die hohen Kursgewinne dürfen indes nicht überschätzt werden - im Vergleich zum Jahresende 2011 haben die Petroplus-Titel rund ein Drittel an Wert verloren.

Die mit den Banken getroffene Vereinbarung wird am Markt zwar grundsätzlich positiv gewertet, stellt aber nicht viel mehr als eine kurze Verschnaufspause dar. Auch wenn die Lage für Petroplus weiterhin undurchsichtig und schwierig sei, habe das Unternehmen durch die temporäre Übereinkunft mit den Banken doch etwas Zeit gewonnen, um eine allenfalls tragfähige Lösung zu finden, schreibt beispielsweise die ZKB in einem ersten Kommentar.

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Auch die UBS beurteilt das Agreement als positiv. Petroplus gewinne damit Zeit und die Wahrscheinlichkeit, dass das Worst-Case Szenario eines Bankrotts vermieden werden könne, steige. Während der Betrieb der beiden Anlagen in Coryton und Ingolstadt damit fürs Erste gesichert sei, sei die Zukunft der anderen drei Betriebe in der Schweiz, Frankreich und Belgien nicht adressiert worden. Gemäss UBS seien eine permanente Abschaltung oder aber ein Verkauf die wahrscheinlichsten Szenarien.

(tno/chb/awp)