Aluminium ist für Derivateanleger bereits vor Jahren erschlossen worden: An der SIX sind ein Dutzend Produkte gelistet, auf dem deutschen Markt buhlen 130 Hebelprodukte und über 80 Anlageprodukte um die Investoren.

Nicht von ungefähr: Im Zuge der Wirtschaftskrise sind die Preise von Aluminium um fast zwei Drittel auf 1300 Dollar pro t eingebrochen. Die Trendwende kam hier vor den Aktienmärkten bereits im Januar 2009 - das Leichtmetall hatte sowohl beim Ab- als auch beim Aufschwung jeweils eine Frühindikatorenrolle. Aktuell stehen die Notierungen bei 2450 Dollar. Wer Anfang 2009 Nervenstärke zeigte, konnte also seinen Einsatz fast verdoppeln.

Die Russen haben die Nase vorn

Ob und wie es jetzt weitergeht, ist indes offen. Aus der Branche kamen zwei gegensätzliche Signale. Optimistisch zeigte sich das Management des in Hongkong gelisteten russischen Konzerns Rusal. Der weltweit grösste Produzent mit einem Marktanteil von 10% meldete nicht nur den Vorstoss in die Gewinnzone mit einem Überschuss von 821 Mio Dollar, sondern kündigte auch die Erhöhung der Produktion um 10% bzw. 100 000 t an. Dies aufgrund einer steigenden Nachfrage vor allem aus Asien und stabiler Preise. Und Rusal wird auch wieder Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen, die das Unternehmen vorgängig stillgelegt hatte.

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Pessimistisch zeigte sich hingegen Alcoa, der grösste US-Produzent von Aluminium. Hier wurde das Umsatzziel trotz einer Steigerung gegenüber dem letzten Jahr deutlich verfehlt. Immerhin reduzierte sich der Verlust auf 20 Cent pro Aktie - dreimal weniger als im Vorjahr. Hier berichtete das Management von einem «anhaltenden Druck» beim Verarbeitungsgeschäft, und der Verlust entstand durch die Schliessung von zwei Aluschmelzen.

Der Alupreis selber knickte nur kurz um einige Dollar ein, um sich dann auf ein neues Jahreshöchst aufzuschwingen. Auch eine Handvoll Preistracker sowie die wenigen in der Schweiz erhältlichen Hebelprodukte zogen mit. Metallanalysten gehen trotz der widersprüchlichen Prognosen der beiden Alukonzerne von einem eher sachten weiteren Preisanstieg bis Jahresende aus. Sehr gut ist bisher die Sache bei ALUIG ausgegangen, einem Mini-Future auf die Aluminium-Futures. Wer hier vor elf Monaten bei 25 Rp einstieg, hat seinen Einsatz mehr als verdreifacht. Mini-Futures sind auch deshalb beliebt, weil hier die Volatilität praktisch keinen Einfluss auf die Produktpreisberechnung hat.

Tracker, ETC und Hedging

Einen Wettlauf lieferten sich die beiden Preistracker ALUOE und ALMOE auf die an der Londoner LME gehandelten Aluminium-Futures. ALUOE hat dabei in den letzten zwölf Monaten einen Vorsprung von 6% aufgebaut und legte 49% zu. Solche Unterschiede erfolgen aufgrund der leicht verschiedenen Roll-Vorgehensweisen, wenn der Basiswert, die Aluminium-Futures, jeweils ausläuft und durch den nächsten Kontrakt ersetzt werden muss.

Die Verbriefungsform ist hier nicht wichtig. Denn TLACI, ein Exchange-Traded-Commodity-Produkt, das in einem ETF-ähnlichen rechtlichen Mantel angeboten wird, hat sich - auf Dollarbasis berechnet - etwas besser als ALMOE, aber etwas schwächer als ALUOE entwickelt. Die ETC auf Rohstoffe weisen die gleiche Rollproblematik wie Preistracker-Zertifikate auf. Alle drei Produkte bringen zudem ein Währungsrisiko für in Franken rechnende Anleger mit sich. Den Alu-ETC gibt es auch in der währungsgehedgten Frankenvariante unter dem Ticker CLACI - die Kosten fürs Hedging drücken jedoch die Performance.