Mit Wetten gegen Finanzwerte hat er bis zum Sommer dieses Jahres ein Vermögen erwirtschaftet. Jetzt steigt Fondsmanager Kenneth Heebner wieder gezielt bei diesen Titeln ein. Sein Argument: «Im kommenden Jahr werden sich Finanzwerte dank der Unterstützung durch Finanzministerium und Notenbank wieder erholen.» Ob er Recht behält, wird die Zukunft zeigen. Seinen Publikumsfonds kostet der Meinungsumschwung derzeit aber Performance.

Aktuell hinkt der CGM Focus, der jahrelang den Markt geschlagen hat, dem S&P 500 um 11% hinterher. Ansonsten war der Fonds immer sehr erfolgreich: Unter 4500 Produkten war der CGM Focus im vergangenen Jahr die Nummer eins unter den breit gestreuten Aktienfonds. Sein Gesamtertrag von 80% liess den S&P 500 mit seinen 5,5% im Jahr 2007 blass aussehen. Auf Zehnjahressicht hat der Fonds jährlich 18% gebracht.

Citigroup auf der Einkaufsliste

Über 1 Mrd Dollar investierte Heebner kürzlich in Citigroup und Bank of America. Ausserdem steckte er 780 Mio Dollar in die brasilianischen Banken Banco Bradesco und Banco Itau - im Vertrauen auf Aktionen der US-Regierung, die die Kreditaufnahme im Ausland erleichtern sollten. Die grösste Position des CGM Focus waren Ende September 552 Mio Dollar in Wells Fargo. Insgesamt steckten zu diesem Zeitpunkt rund 40% seiner 4,3 Mrd Dollar in Finanzwerten.

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Heebners bearische Haltung gegenüber Finanzwerten war eindeutig. Im Juni stiess er Goldman Sachs, Morgan Stanley und Merrill Lynch ab, da er fürchtete, sie setzten zu hohe Hebel ein. Umso bemerkenswerter sein jetziger Strategieschwenk. Dabei ist sich der Fondsmanager bewusst, dass weitere Schocks kommen können. Als die Citigroup letzten Monat mögliche Verluste in Höhe von 249 Mrd Dollar ankündigte, «musste ich mich schon sehr wundern», sagt er. Zur Risikominimierung setzt er defensive Wetten dagegen, darunter Wal-Mart und McDonalds.