Die Titel der UBS sind am Dienstag im frühen Handel stark gesucht. Nach einem Quartalsergebnis klar über den Erwartungen zeigen sich die Analysten allesamt beeindruckt. Auch die ohnehin relativ gute Kapitalisierung hat sich weiter verbessert. Einziger Unsicherheitsfaktor bleiben offene Rechtsfälle.

Die UBS-Aktie legt gegen 9.50 Uhr 4,9 Prozent auf das bisherige Tageshoch von 19,99 Franken zu in einem ansonsten leicht positiven Gesamtmarkt. Damit stehen UBS prozentual mit klarem Abstand an der Spitze der Blue Chips. Seit Anfang Jahr liegen die Papiere gut 16 Prozent im Plus.

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Lob von der CS

Die Grossbank habe aufgrund eines enormen Handelsergebnisses bezüglich Vorsteuergewinn massiv über den Erwartungen abgeschlossen, wobei die Kosten gleichzeitig stabil gehalten werden konnten, kommentiert die Bank Vontobel. Auch geringere Einmalkosten wie Rückstellungen sowie Restrukturierungskosten und höhere Einmalgewinne wie Verkäufe und Kreditgewinne trugen zur positiven Überraschung bei. Doch auch das um diese Sondereffekte bereinigte Vorsteuerergebnis sei «viel höher als erwartet» ausgefallen.

In allen Bereichen ausser im Wealth Management Americas seien die Erwartungen übertroffen worden – angetrieben hauptsächlich von höheren Erträgen, kommentiert die Credit Suisse.

Barclays hebt Kosten-Ertragsrate hervor

So konnte in der Vermögensverwaltung ein sehr starker Nettoneugeldzufluss generiert werden, wobei sich der Vontobel-Analyst auch angetan davon zeigte, dass Europa im jüngsten Quartal diesbezüglich wieder positiv war. Kepler Cheuvreux und Barclays loben zudem die zum Vorquartal wieder angezogene Bruttomarge. Barclays verweist auch auf die im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Kosten-Ertragsrate.

Die Investmentbank habe angesichts einer hohen Volatilität von einem grossartigen Verlauf im Fixed-Income-Geschäft profitiert – auch angesichts der führenden Position der Grossbank in diesem Bereich, so die Analysten. Und dies ohne Anstieg der risikogewichtete Aktiven (RWA), lobte Kepler.

Deutliche Fortschritte

«Egal, ob das Zahlenset auf ausgewiesener, auf adjustierter oder auf doppelt adjustierter Basis (adj. auch um Rückstellungen für Rechtsrisiken) betrachtet wird – es ist durchwegs sehr gut», so das Fazit der ZKB. Auch mit Blick auf die bereits zuvor kommunizierten Kosteneinsparungsziele habe die UBS im ersten Quartal nun endlich deutliche Fortschritte erzielt.

Auch mit Blick auf die Kapitalisierung zeigen sich die Analysten überzeugt. Die bereits gute Kapitalposition konnte noch mehr gestärkt werden, damit vergrössere sich der Vorsprung zur Hauptkonkurrentin Credit Suisse weiter, so Vontobel.

Zuversicht für Dividenden

Mit dem weiteren Ausbau des Kapitalpolsters in den ersten drei Monaten steige damit auch die Zuversicht bezüglich hoher Dividendenausschüttungen, schreibt der ZKB-Analyst. Die Visibilität würde diesbezüglich indes deutlich steigen, wenn im wichtigsten Rechtsfall der Wechselkursmanipulationen eine Lösung gefunden werden könnte. Das werde der nächste Katalysator für den Kurs sein, der am Berichtstag deutlich steigen dürfte, so der Experte. «Einziges Haar in der Suppe» des Quartalsergebnis sei die leicht enttäuschende Entwicklung der CET-Leverage Ratio, die nicht ganz im erhofften Ausmass gesteigert werden konnte.

Im Ausblick sei zudem von geplanten Preisänderungen im Wealth Management die Rede, die möglicherweise Abflüsse im zweiten Quartal verursachen könnten. Aber in anderen Bereichen würden dagegen weiterhin positive Netto-Neugeldzuflüsse erwartet, kommentiert Barclays.

Unklarheit bei Rechtsfällen

Trotz anspruchsvoller Mark- und Makrobedingungen, wie Wechselkursschwankungen sowie Negativzinsen, sei der Konzern in allen Bereichen operativ stark unterwegs gewesen, so J. Safra Sarasin. Er hätte sich aber mehr Klarheit bezüglich der offenen Rechtsfälle gewünscht, so der zuständige Analyst, da diese noch für eine Weile ein Kostenpunkt sein könnten. Geopolitische sowie makroökonomische Herausforderungen dürften im weiteren Jahresverlauf 2015 bestehen bleiben. Die überlegene Kapitalposition sowie die gut ausbalancierte Geschäftsstrategie der UBS werde der Schlüssel sein für zukünftiges Wachstum.

Vontobel und Kepler bestätigen ihr Buy-Rating und nehmen jeweils ihr Kursziel in positive Revision. Auch Sarasin empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf.

(reuters/ise/ama)