Polen hat Staatsanleihen in chinesischer Währung in China ausgegeben, sogenannte Panda-Bonds. Polen sei das erste europäische Land, das sich diese neue Finanzierungsquelle erschliesse, teilte das Finanzministerium in Warschau am Donnerstag mit. Insgesamt will die Regierung mit den Bonds drei Milliarden Yuan (430 Millionen Franken) einnehmen.

Panda-Bonds sind ausländische Anleihen, die in chinesischer Währung platziert werden. Die polnische Regierung will damit ihr geplantes Rekord-Defizit im kommenden Jahr finanzieren.

Grosszügige Wahlversprechen

Polen wird seit Oktober 2015 von der rechtspopulistischen Partei PiS regiert. Diese hatte die Parlamentswahl mit grosszügigen Wahlversprechen gewonnen – unter anderem mit der Einführung eines Kindergelds.

Das polnische Finanzministerium erwartet für nächstes Jahr ein Defizit von umgerechnet 150 Millionen Franken oder 2,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts – knapp unter der EU-weiten Drei-Prozent-Grenze aus den Maastrichter Verträgen. Der Internationale Währungsfond schätzt hingegen, dass Polen darüber liegen wird.