SOFT COMMODITIES.

Der Sojabohnenpreis hat vor kurzem seinen höchsten Wert seit 34 Jahren erreicht. Gut 40% legte er seit Jahresbeginn zu. Grund für die Hausse waren Spekulationen über die sinkenden Vorräte und das trockene Wetter in Argentinien. Auch der Weizenpreis vermochte dieses Jahr mit einem 60%igen Anstieg eine wahre Rally, zu absolvieren.

Bedingt wird der Preisanstieg der Soft Commodities unter anderem durch den Aufschwung der Schwellenländer. Vor allem in China und Indien steigen die Einkommen und die Essgewohnheiten verändern sich: Der Hunger nach Fleisch, Brot und Milch ist grösser geworden. Mit steigendem Konsum von Fleisch und Brot wächst der Bedarf an Getreide rasant: Als Grundnahrungsmittel und als Futter für das Vieh.

Bioethanol heizt Preise an

Während die Nachfrage rasant zunimmt, wird das Angebot knapper. Ackerland und Anbauflächen sind Industriezonen gewichen. Auch der Biotreibstoffboom treibt die Rohstoffpreise nach oben. So werden etwa Mais, Zucker und Sojabohnen für die Produktion von Biodiesel und Bioethanol verwendet. Diese umweltfreundlichen Energieträger sind – gerade bei den rasant steigenden Erdölpreisen – zunehmend attraktive Substitute. Diese Konstellation deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend auch 2008 fortgesetzt wird. So ist die UBS «generell optimistisch», was Agrarprodukte angeht. Dennoch warnt Joachim Klement im UBS-Outlook für Agrarprodukte: «Es empfiehlt sich, selektiv in den Markt einzusteigen und mit begrenztem Exposure.» Die Bestände könnten rasch ändern. In der Tat ist der Markt für Agrarprodukte alles andere als homogen. Während im laufenden Jahr Weizen und Soja hohe Preisanstiege aufwiesen, hat sich etwa Schweinefleisch bisher um rund 20% verbilligt. Klement prognostiziert, dass Weizen- und Zuckerpreise 2008 fallen könnten. Die Weizenpreise seien schon 2007 stark gestiegen, ausserdem werde ein grosses Angebot erwartet. Auch Zucker werde in Brasilien und Indien derzeit mehr produziert als für den Konsum und für die Ethanolproduktion benötigt würde. Optimistisch ist der UBS-Analyst jedoch für Baumwolle, Sojabohnen und Sojabohnenöl. Und dies obwohl die Preise für Soja gerade Höchstwerte erreicht haben. «Weil die Bauern ihre Produktion eher auf Weizen verlagert haben, denken wir, dass das begrenzte Angebot Sojabohnen zum Top-Performer 2008 machen könnte«, so Klement. Goldman Sachs hält einen Anstieg der Fleischpreise für wahrscheinlich. «Relativ zum Getreide sind die Magerschwein-Kontrakte nun so billig wie schon lang nicht mehr», so die Experten.

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Contango-Gefahr bei Rohstoffen

Interessierte Anleger können mit strukturierten Produkten in den ansonsten nur schwer zugänglichen Markt der Agrarrohstoffe investieren. Die Auswahl an strukturierten Produkten ist umfassend. Es kann auf einzelne Soft Commodities wie Orangensaft, Kaffee, Soja, Weizen oder Lebendrind etc. gesetzt werden. Öfter sind jedoch Open-End-Zertifikate, Mini Long und Kapitalschutz-Produkte auf Rohstoff-Indizes oder Körbe mit Unternehmen, welche ein grosses Exposure zu Rohstoffen haben. Obwohl der Preisanstieg der Rohstoffe auf lange Sicht sehr wahrscheinlich ist, bleibt das Investment nicht ohne Risiko. Ein Grund dafür sind die Rollverluste, die Kosten, die bei der Erneuerung der Future-Kontrakte entstehen. Wenn der Markt erwartet, dass ein Rohstoff teurer wird, können die Kosten für den Kauf des neuen Futures den Verkaufserlös des alten Terminkontraktes übersteigen (Contango). In dieser Konstellation kann sich die Indexperformance deutlich unter dem Rohstoff, welcher das eigentliche Investmentziel ist, entwickeln.