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Bauindustrie
Porr AG – ein Rekord jagt den nächsten

Porr AG
Bausstelle der Porr AG: Es läuft glänzend im Unternehmen. Quelle: Youtube

Baukonzern Porr berichtet über Rekorde bei Auftragsbestand und Produktionsleistung. Eine gute Wende nach dem Gewinnrückgang im Vorjahr.

Von Georg Pröbstl*
am 11.05.2018

«Antizyklisch orientierte Anleger sehen eine gute Gelegenheit zum Einstieg» – wegen einer deutlichen Underperformance zu anderen Titeln des Sektors vor knapp einem Jahr an dieser Stelle empfohlen und tatsächlich bringt die Aktie des Baukonzerns aus Wien in nur elf Monaten inklusive Dividende ein schönes Plus von 19,8 Prozent.

Zwar überraschten die Österreicher den Markt im August dann doch mit einer Gewinnwarnung für 2017. Wegen politischer Turbulenzen in Katar kam es zu erhöhten Kosten bei Logistik und Beschaffung und dann gab es auch noch zu extra Aufwendungen für die internationale Expansion etwa mit Integrationskosten für neue Töchter. Doch operativ ist PORR in voller Fahrt.

Viele neue Grossaufträge

Nach einem Anstieg der Produktionsleistung im vergangenen Jahr um 20,7 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro und einem Auftragsbestand von 6,4 Milliarden Euro per Ende Dezember – ein Plus zum Vorjahresstichtag von 32,5 Prozent auf einen neuen Rekord – meldeten die Wiener in diesem Jahr bereits eine Reihe grosser Neuaufträge aus Polen und Deutschland im Volumen von rund 320 Millionen Euro. Anfang April gab es dann den Zuschlag für den Bau eines Streckenabschnitts für den Brenner-Basistunnel. Alleine diese Order hat bis 2024 ein Volumen von 1,0 Milliarden Euro. Dazu kam im Februar noch im Rahmen einer Akquisition der Einstieg in den neuen Geschäftsbereich der Tunnel- und Verkehrstechnik.

Die Kapazitäten bei PORR sind inzwischen über das Jahr 2018 hinaus ausgelastet. Für dieses Jahr kündigt Firmenchef Karl-Heinz Strauss ein Wachstum der Produktionsleistung von rund 5,5 Prozent auf etwa 5,0 Milliarden Euro an.
Deutlicher Gewinnanstieg in diesem Jahr

Dazu kommt: PORR senkt die Schulden. Nachdem diese im vergangenen Jahr wegen der Zukäufe vorübergehend deutlich gestiegen waren, ging die Nettoverschuldung im vierten Quartal 2017 wieder um rund 300 Millionen Euro auf 147,4 Millionen Euro zurück. Höhere Umsatzbasis und tiefere Zinsenlasten und dann wahrscheinlich auch noch fallende Integrationskosten – nach einem Gewinnrückgang von 2,23 auf 2,09 Euro je Aktie im vergangenen Jahr ist bei PORR nun mit einem Gewinnanstieg auf 2,50 bis 3,0 Euro je Anteil zu rechnen. Möglicherweise steigt die Dividende dann weiter von 1,10 in Richtung 1,50 Euro.

PORR AG
ISIN: AT0000609607

Gewinn je Aktie 2018e: 2,80 €

KGV 2018e: 11,8

Dividende/Rendite 2018e: 1,25 €/3,8%

EK je Aktie: 17,0 €

EK-Quote: 19,6%

KBV: 1,9

Kurs/Ziel/Stopp: 32,95/37,50/22,80 €

*Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent ( DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent).

 

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