Die Aufwärtsbewegung des Schweizer Aktienmarktes der vergangenen Monate hat sich verlangsamt. Viele Anleger bleiben zwar nach wie vor zuversichtlich - mit einer grösseren Korrektur rechnen derzeit nur wenige. Noch befindet sich viel Liquidität an der Seitenlinie, Rückschläge werden für Käufe genutzt.

Kaum ein Jahr ist es allerdings her, als mit Vehemenz ins Bewusstsein zurückgerufen wurde, wie schnell die Stimmung an den Börsen umschlagen kann. Glücklich schätzte sich damals, wer eine Absicherung gegen Kursverluste ins Portfeuille eingebaut hatte.

Discount-Zertifkat als Sicherung

Für investierte Anleger, die in den kommenden Wochen oder Monaten mit einer möglichen Korrektur rechnen, gibt es damit nur zwei Alternativen. Entweder, sie sitzen die Verluste aus und hoffen auf langfristig steigende Notierungen oder sie sichern ihr Depot mit Hilfe geeigneter Produkte gegen einen kurzfristigen Kursrutsch ab.

Möglich ist dies zum Beispiel mit klassischen Hebelprodukten. Deren Kurse steigen genau dann, wenn es an der Börse bergab geht. Und aufgrund der eingebauten Hebelfunktion sind sogar überproportionale Gewinne möglich. Aktienbestände können so schon mit geringem Einsatz abgesichert werden. So mancher Anleger traut sich jedoch die Anlage in Hebelprodukte nicht zu. Strukturierte Anlageprodukte können für diese Investoren geeignete Alternativen darstellen. Eine Möglichkeit besteht darin, die entsprechende Aktie zu verkaufen und in Discount-Zertifikate zu investieren. Bei Discount-Zertifikaten bekommen Anleger einen Rabatt für ihre Investitionen. Das bedeutet, sie kaufen etwa eine Einzelaktie oder einen Aktienkorb günstiger als zum aktuellen Marktpreis. Im Gegenzug sind die Gewinnmöglichkeiten anders als beim Bonus-Zertifikat nach oben durch einen Höchstbetrag («Cap») begrenzt. Der Rabatt wirkt dabei als Risikopuffer. Besonders geeignet sind Discount-Zertifikate für Börsenphasen, in denen Anleger mit stagnierenden oder nur leicht steigenden oder fallenden Kursen rechnen. Inzwischen können Anleger aus einer sehr grossen Produktpalette wählen und nicht nur bei den Basiswerten, sondern auch bei Laufzeiten und Risikostruktur fast jede beliebige Konstellation am Markt bekommen.

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Kapitalschutzlösungen schliesslich unterscheiden sich von Discount-Zertifikaten durch eine definierte Rückzahlung - zum Beispiel 90% oder 100% des investierten Vermögens bei Verfall aus. Egal, wie die Kursentwicklung des Basiswertes während der Laufzeit oder bei Verfall verläuft: Mit Kapitalschutzprodukten fährt der Anleger eine Stufe sicherer als mit Produkten aus der Kategorie Renditeoptimierung. Dabei ist er aber bereit, einen gewissen Renditeabschlag zu akzeptieren. Privatanleger können zu Absicherungszwecken auch auf Short-Tracker-Zertifikate zurückgreifen. Diese überzeugen gegenüber dem Einsatz von Futures oder dem Leerverkauf von Aktien mit verschiedenen Vorteilen, so zum Beispiel mit dem begrenzten Verlustrisiko. Werden Aktien leer verkauft, sind die Verluste theoretisch unlimitiert. Dies ist auch der Fall bei einer Futures-Anlage.

Short-Tracker-Zertifikate eignen sich zur kurzfristigen Absicherung von Aktien, die der Anleger nicht verkaufen will. Die Absicherung eines breiten Aktienportfolios kann ebenfalls über Short-Tracker-Zertifikate auf Indizes vorgenommen werden.

Tracker in der Short-Variante

Weiter stehen Investoren verschiedene Varianten an Tracker-Zertifikaten zur Verfügung, die als Basiswerte Short-Indizes haben. So werden zum Beispiel bereits Produkte auf den kürzlich von der Schweizer Börse lancierten SMI Daily Short Index angeboten. Diese eignen sich für Anleger, die ein breites Aktienportefeuille auf Schweizer Titel absichern möchten. Fallen die Kurse am Schweizer Aktienmarkt, legt das Tracker-Zertifikat auf den SMI Daily Short Index zu.

Im Gegensatz zu Tracker-Zertifikaten, die von steigenden Kursen profitieren, sollte jedoch in Short Trackern nicht nach der Devise Buy and Hold investiert werden. Dies hängt damit zusammen, dass einerseits die Wahl des richtigen Zeitpunkts für den Einstieg in diesen Produkten schwieriger ist als in Long-Investments. Andererseits ist das Ausmass der Kurskorrektur schlecht prognostizierbar. Gegen den Markt zu setzen, bedingt entsprechend eine gewisse Erfahrung und Risikofähigkeit.