Die rege Bautätigkeit im vergangenen Jahr sorgte für gute Auslastung der Kapazitäten in den verschiedenen Sparten der Gebäudetechnik. Das Preisniveau konnte von dieser erfreulichen Nachfrage jedoch nicht profitieren und blieb unverändert. Gemäss Umfragen der Konjunktur-Forschungsstelle der ETH Zürich (Kof) vom 4. Quartal 2007 beurteilte die Heizungs-/Klimabranche sowie die Sanitärbranche ihre geschäftliche Situation ab dem 2. Semester 2007 weniger optimistisch: Die Indikatoren zur Geschäftslage, zum erwarteten Auftragseingang und zur Reichweite Auftragsbestand zeigen nach dem ausserordentlichen 2007 bei beiden Branchen wieder nach unten, wobei bei der Einschätzung der geschäftlichen Situation in etwa das Vorjahresniveau erreicht wird. Dies trotz kleinerem Auftragsbestand und erwartetem, tendenziell abnehmendem Auftragseingang. Die bedeutende Anzahl von Grossprojekten in der Planungsphase scheint hier positiv nachzuwirken.

Laut aktuellen Wirtschaftsprognosen 2008 wird sich das Wachstum verflachen, was sich auch mit einem 10%-igen Rückgang der Baubewilligungen im privaten Wohnungsbau im 4. Quartal 2007 ankündigte. Einzig die Städte wiesen eine Zunahme von 1% auf, während die übrigen Gemeinden Rückgänge registrierten («NZZ» vom 26. Februar 2008). Einen möglichen Grund für die positivere Entwicklung in den Städten sehen wir in der verstärkten Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem EU-Raum.

Bei den Industrie- und öffentlichen Bauten rechnen wir mit einer anhaltenden Neubau- und Ausbautätigkeit, sofern das Wirtschaftswachstum auf dem prognostizierten Niveau bleibt. Zudem ist die Schweiz als Wirtschaftsstandort attraktiver denn je, was vermehrt ausländische Unternehmen anzieht. So sind die Leerbestände bei den Geschäftsflächen in den Zentren Zürich, Genf und Basel weiter gesunken. Wir versprechen uns von diesen Entwicklungen mittelfristig positive Impulse für die Unternehmen des Baunebengewerbes.

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Marktpotenzial

Von grosser Relevanz für die Zukunft der Gebäudetechnikbranche sind die Themen Energie und CO2, wenn wir uns vor Augen führen, dass 45% des gesamten Öl- und Erdgasverbrauchs der Schweiz der Wärme-, Dampf- und Warmwasser-Erzeugung dienen. Noch werden die energiesparenden, alternativen Lösungen zurückhaltend eingesetzt. Das dürfte sich mit Blick auf die stetige Verteuerung der fossilen Brennstoffe in Kombination mit den Massnahmen, die gemäss Bundesrat zu einer klimaneutralen Schweiz führen sollen, in nächster Zeit ändern. Bei Neubauten ist bereits Minergie und Minergie P Standard. Ein sehr grosses Potenzial liegt in der Umrüstung bestehender privater, industrieller und öffentlicher Bauten. Ein grosser, anspruchsvoller Markt und für die Firmen der Gebäudetechnik die Chance, sich mit technischen Innovationen und Professionalität auch über die Landesgrenzen hinaus zu profilieren. Diejenigen Unternehmen, die diesen Herausforderungen aktiv begegnen können, zählen über das Jahr 2008 hinaus zu den Gewinnern.