Der Preisanstieg am Ölmarkt setzt sich fort. Am Donnerstag stieg der Preis für US-Rohöl auf einen neuen Höchststand in diesem Jahr, europäisches Rohöl hielt sich leicht unter seinem Jahreshoch. Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete am Abend 66,30 US-Dollar und damit 46 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 43 Cent auf 59,01 Dollar.

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Nach einem massiven Preisverfall seit Mai 2014 hat sich die Lage am Ölmarkt seit Jahresanfang stabilisiert. Seit Februar sind die Preise dann wieder spürbar gestiegen. Beobachter nennen dafür mehrere Gründe, unter anderem den starken Rückgang von Förderstellen in den USA. Die amerikanische Schieferölindustrie hat unter dem Preisverfall besonders stark gelitten.

«Der Ölpreis ‹will› steigen»

Ob der jetzige Preisanstieg nachhaltig ist, wird sich aber erst noch zeigen müssen. Die Rohstoffexperten von der Commerzbank sind skeptisch: «Der Ölpreis ‹will› steigen», heisst es in einem Kommentar. «Zumindest finden die positiven Meldungen mehr Aufmerksamkeit und Gehör der Marktteilnehmer als die negativen.» Beflügelt würden die Preise zudem durch den in den letzten Wochen wieder etwas schwächeren Dollar. Er macht Rohöl für Investoren ausserhalb des Dollarraums erschwinglicher.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) legte zuletzt ebenfalls zu. Das Opec-Sekretariat meldete am Donnerstag, dass der Korbpreis der Ölsorten des Kartells am Mittwoch bei 60,92 US-Dollar gelegen habe. Das waren 51 Cent mehr als am Vortag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

(awp/ise/me)