Wacht auf und riecht das Napalm.» Die martialische Wortwahl und die offensive Vorgehensweise brachten Guy Wyser-Pratte den Übernamen «Rambo» ein. Von seinem 5-Prozent-Gruppenanteil an der Schweizer Private Equity Holding trennte sich der US-Investor inzwischen aber still und leise. Durchatmen kann die Beteiligungsfirma deswegen nicht. Denn bereits steht die leichte Kavallerie vor der Tür in Form der Ironsides Partners. Als Ironsides wurden die Angehörigen der leichten Kavallerietruppen im englischen Bürgerkrieg bezeichnet.

Hedgefonds steht vor der Tür

Im Gegensatz zu «Rambo» Wyser-Pratte gilt Ironsides in der Branche als weniger aggressiv: «Bei der amerikanischen Gesellschaft handelt es sich um einen klassischen Arbitrage-Value-Investor, der auf Marktineffizienzen und unterbewertete Unternehmen setzt», erklärt ein Szenekenner. Das Unternehmen mit Sitz in Boston und einem Büro in London wurde 2007 von Robert C. Knapp gegründet, ­einem auf Firmenrestrukturierungen und Schwellenländerinvestments spezialisierten Fondsmanager. Zum Gesamtvolumen des Hedgefonds gibt sich das Unternehmen verschlossen. Den Einträgen bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC ist zu entnehmen, dass die verschiedenen Ironsides-Fonds bisher Anteile von mehr als 200 Millionen Dollar absetzen konnten. Weitere Angaben zum Gesamtvolumen des Hedgefonds wurden ver­weigert.

Seit Anfang August hält Ironsides einen Anteil von 3,15 Prozent an der Private Equity Holding. Zu den Absichten, die der Hedgefonds mit seiner Beteiligung verfolgt, halten sich die Amerikaner vorerst bedeckt. «Derzeit lehnen wir es ab, unsere Motivationen für das Investment zu kommentieren», lässt Ironsides-Anwalt Gustavo Resendiz ausrichten. Der Jurist hat bereits mehrere Millionentransaktionen eingefädelt und unter anderem den Verkauf von Beteiligungen an über 30 Jungunternehmen und Private-Equity-Gesellschaften über den Sekundärmarkt an amerikanische institutionelle Investoren abgewickelt. Bei Ironsides fungiert Resendiz ­neben Gründer und Investmentmanager Knapp als Vizepräsident und Partner.

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Mit den neuen Investoren wird der Druck auf die Private Equity Holding wohl wieder zunehmen. Die Forderung nach verstärkten Massnahmen zur Steigerung des Aktienkurses und der Reduktion der Managementgebühren dürften erneut aufleben. Zumal mit der französischen Mantra Investissement, die bereits mit Wyser-Pratte zur Durchsetzung dieser Anliegen eine Gruppe gebildet hatte, ein weiterer Grossinvestor mit mehr als 3 Prozent am Unternehmen beteiligt ist. «Wir sind weiterhin investiert», bestätigt Arnaud Studer von Mantra. Derzeit werde das weitere Vorgehen bezüglich der Beteiligung geprüft. «Wir lassen uns alle Optionen ­offen», so Studer.

Managementgebühren überprüft

Dass die Private Equity Holding erneut ins Visier eines amerikanischen Hedgefonds gekommen ist, hat mehrere Ursachen. Hauptgrund dürfte der dramatische Abschlag des Aktienkurses gegenüber dem inneren Wert des Titels von mehr als 45 Prozent sein. Der schon seit längerer Zeit hohe Discount hat mit der Korrektur an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen nochmals zugenommen. «Die Private Equity Holding verfolgt seit Jahren das Ziel, den Discount zu reduzieren und sich mit einem Bündel von Massnahmen als attraktive Aktie zu positionieren», entgegnet Hans Baumgartner, Verwaltungsratspräsident der an der Schweizer Börse SIX kotierten Beteiligungsgesellschaft. Dazu zählt auch eine Ausschüttung an die Aktionäre von 2 Franken pro Namenaktie, die diesen September erfolgen soll. Anders als bei anderen kotierten Schweizer Investmentgesellschaften wie Shape Capital oder New Venturetec ist eine Rückführung der Investitionen dagegen nicht vorgesehen. Vielmehr will die Beteiligungsfirma weiterhin selektiv Gelder in die vielversprechendsten Private-Equity-Fonds einzahlen.

Was die Managementgebühren betrifft, so lässt das Unternehmen den Vorwurf der überhöhten Betriebskosten, die mehr als 3 Prozent des Vermögens ausmachten, nicht gelten. «Wir haben ein ausführliches Benchmarking der Gebühren durchgeführt, welches bestätigt hat, dass die Management Fee in jeder Hinsicht marktkonform ist», begründet Baumgartner. Trotzdem habe der Verwaltungsrat im Rahmen der Verlängerung des Managementvertrages mit Alpha Associates, die einen Anteil von 13,65 Prozent am Unternehmen halten, eine Anpassung der Bemessungsgrundlage ausgehandelt. «Erst bei einer Reduktion des Discount auf gut 25 Prozent erreicht der Manager das bisherige Honoravolumen», erklärt der Private-Equity-Holding-Chef. Gleichzeitig würden die Aktionäre in diesem Fall auf eine deutliche Kurssteigerung zurückblicken können. Ob diese Massnahmen ausreichen, um die Kavallerie weiterhin auf Distanz zu halten, wird sich allerdings erst in den kommenden Monaten zeigen.

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