So lautet das Ergebnis einer Studie, die das Beratungsunternehmen KPMG über die Schweizer Privatbanken verfasst hat. Einen ganz anderen Ton schlägt hingegen die Consulting-Konkurrentin PwC an. Das Gröbste sei überstanden, teilte sie kürzlich mit. Von den ursprünglich 800 Milliarden Franken an verwaltetem Schwarzgeld sei nur noch ein Viertel übrig geblieben.

Tatsache ist: Noch immer lastet das US-Steuerprogramm wegen angeblicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung auf den Banken. Die dafür erforderlichen Rückstellungen haben nicht nur mehrere Privatbanken 2013 in die Verlustzone gerissen, sondern drücken auch die Bruttomargen weiter gegen null. Ein anderer Fakt ist, dass diese Belastungen ausserordentlich sind. Sobald die Steuerprobleme gelöst sind, kann eine grosse Mehrheit der Banken wieder substanziell in die Zukunft investieren. Das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Wiedergewonnene Zuversicht und Optimismus lässt auch der Deloitte-Bankenexperte Daniel Kobler im Interview erkennen. Die Privatbanken beschränken sich nicht mehr darauf, die meist ungeliebten neuen Regulationen bloss zu implementieren. Es wird immer mehr versucht, die Chancen zu nutzen, welche die neuen Voraussetzungen bieten.

Anzeige

Gerade die Privatbanken, die über Jahrzehnte hinweg mit wenig Aufwand viel Geld verdient hatten, sind nun gefordert, die Standortvorteile der Schweiz neu zu formen. Spätestens mit der Einführung des automatischen Informationsaustauschs sind an den wichtigen Finanzzentren die Spiesse wieder gleich lang geworden. Umso mehr müssen Banken ihre eidgenössischen Qualitäten propagieren: Servicebewusstsein, Qualitätsansprüche und Kundenfokussierung.

Denn, wenn der Kunde zusätzliche Dienstleistungen als spürbaren Mehrwert aufnimmt, wird er bereit sein, höhere Preise zu zahlen. «Die Schweiz muss nicht Bruttoperformance-Leader werden, sondern die Nettoperformance in den Vordergrund stellen», sagt Bankenexperte Kobler. Auch hier müssen die Privatbanken zur Transparenz finden.