Kundenprofil: Untenrehmer

Martin Kuster (42) arbeitet als selbstständiger Unternehmensberater, zahlt sich pro Jahr einen Lohn von brutto 170 000 Franken aus, besitzt eine Eigentumswohnung im Grossraum Zürich (geschätzter Wert 1,5 Millionen Franken, zehnjährige Festhypothek, die im Juli 2015 ausläuft) und ein voll versteuertes Vermögen von vier Millionen Franken. Derzeit hält er dieses zu 20 Prozent in Bargeld, je 25 Prozent in Staats- und Unternehmensobligationen sowie zu 30 Prozent in Gold. Kuster will sein Geld renditeoptimiert anlegen und ist angesichts des langen Anlagehorizonts durchaus gewillt, etwas Risiken einzugehen. Alternative Anlagen sollten aber so marginal wie möglich gehalten werden.

Anlagevorschlag 1: Lombard Odier (Zum ausführlichen Anlagevorschlag (pdf))

Die Bank Lombard Odier setzt voraus, dass Martin Kuster seinen Lebensunterhalt mit dem Einkommen bestreiten kann, und dass darüber hinaus eine Sparquote möglich ist. Demzufolge ist der Anleger nicht unmittelbar von seinem Vermögen abhängig und kann das Kapital gemäss definierter Risikoeinteilung investieren. Weiter wird angenommen, dass die Hypothek, die nicht genauer definiert wird, verlängert wird. Aufgrund des relativ tiefen Alters von Herrn Kuster sei eine ausgewogene Risikostrategie mit leicht erhöhtem Aktienanteil zu empfehlen. Auf eine zusätzliche indirekte Immobilienanlage wird im Vorschlag verzichtet, da der Besitz einer privat genutzten Immobilie bereits über einen Drittel des Gesamtvermögens ausmacht.

Eine steuerlich effiziente Vermögensverwaltung für den Kunden mit Steuersitz Schweiz wird implementiert. Restriktiv zeigt sich Lombard Odier bei alternativen Anlagen. Diese sollen so marginal wie möglich gehalten werden.

Aufgrund dieser Voraussetzungen und Vorgaben wird dem Kunden geraten, ein global diversifiziertes Portfolio anzulegen. Zugleich wird der Fokus auf Aktien von Schweizer Firmen gelegt. Diese sind zumeist global aufgestellt und haben internationalen Charakter. Bei der Umsetzung verfolgt Lombard Odier den sogenannten Core-Satellite-Ansatz. Kernanlagen bilden Fonds. Sie werden mit Einzelanlagen ergänzt, die für besonders attraktiv gehalten werden. Die Auswahl der Kollektiv- sowie der Einzelanlagen erfolgt sehr sorgfältig mit dem Anspruch, die Durchschnittsrendite des entsprechenden Marktes zu übertreffen.

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Bei den Obligationen rät die Bank, Staatsanleihen unterzugewichten. Bevorzugt wer den Firmenanleihen, wobei ganz lange Laufzeiten gemieden werden. Bei der Kreditqualität empfiehlt Lombard Odier als Kernanlage ein gut diversifiziertes Portfolio im Investment-Grade-Segment und als Beimischung selektiv Hochzinsanleihen. Auch bei den Obligationen setzt die Bank auf einen Core-Satellite-Ansatz, der sowohl Einzelanlagen als auch Fonds enthält.

Als ideale Ergänzung eines solchen Portfolios sieht Lombard Odier ausgewogene Wandelanleihen, die ein interessantes Risikoprofil bieten. Auf den Einsatz strukturierter Produkte verzichten die Experten der Bank, da die Optionsprämien niedrig sind. Dies kann sich je nach Marktgegebenheit aber jederzeit ändern. Gold wird als strategische Position gesehen und aktuell mit 5 Prozent gewichtet. Beigemischt werden transparente Hedge Funds, die den Schwerpunkt auf liquide Strategien mit niedrigem bis mittlerem Leverage-Effekt setzen. Der Hedge-Fund-Selektionsprozess wird einer gründlichen quantitativen und qualitativen Analyse unterzogen. Hedge Funds sind aufgrund ihrer tieferen Volatilität ein nützlicher Portfoliobaustein und können auch als Ergänzung zum relativ unattraktiven Obligationensegment eingesetzt werden. Da die Bank beim Franken kein ausgeprägtes Aufwärtspotenzial sieht, wird die Gewichtung auf rund 40 Prozent gelegt. Daneben wird Martin Kuster empfohlen, die wichtigsten grossen Währungen zu halten und keine Währungsspekulationen einzugehen.

Anlagevorschlaf 2: Maerki Baumann (Zum ausführlichen Anlagevorschlag (pdf))

Kuster ist für den Lebensunterhalt weder auf den Verzehr des Vermögens noch auf die Ausschüttung der Erträge angewiesen, da er sich ein Fixgehalt aus seiner Unternehmensberatung ausbezahlt. Aufgrund des langfristigen Anlagehorizonts und seinem bezeugten Willen, etwas Risiko einzugehen, stuft die Bank Maerki Baumann den Kunden mit einer niedrigen bis mittleren Risikotoleranz ein. Diese Angabe muss selbstverständlich mit dem Kunden vor der Investition überprüft werden. Die Bank empfiehlt ihm ein ausgewogenes Profil, das einen Aktienanteil von 25 bis 65 Prozent sowie einen Obligationenanteil von 15 bis 60 Prozent je nach Umfeld vorsieht. Auf eigene Produkte wird verzichtet. Stattdessen setzt Maerki Baumann bei Anlagefonds auf die eigene Selektionskompetenz nach dem Ansatz der offenen Architektur.

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Im aktuell sehr tiefen Zinsumfeld empfiehlt Maerki Baumann eine relativ geringe Obligationenquote. Der Anteil Franken-Anleihen beträgt 12 Prozent und wird in kurzfristigere Obligationen investiert.

Gegenüber dem Vergleichsindex ist die Duration um zwei Jahre kürzer. Der grössere Teil des Obligationenportfolios wird in globalen Anlagefonds und in Themenfonds investiert – aus Rendite- und Diversifikationsüberlegungen. In Frage kommen Fonds, die auf Anleihen von Schwellenländern in Hartwährung setzen sowie solche, die weltweit in Staatsanleihen investieren und gleichzeitig Währungswetten eingehen. Zusätzlich empfiehlt Maerki Baumann inflationsgeschützte Obligationenfonds. Diese werden im aktuellen Umfeld mit tiefen Inflationserwartungen als attraktiv erachtet.

Knapp 45 Prozent der Aktienquote wird im Schweizer Heimmarkt mit Einzelanlagen abgedeckt, etwa 10 Prozent investiert Maerki Baumann in Schwellenländer und den Rest in globale Fonds und interessante Anlagethemen. Bei diesem globalen Aktienanteil investiert die Bank opportunistisch nur in Länder, Regionen oder Themen, von welchen die Bank auch überzeugt ist, wobei Konzentrationsrisiken zu vermeiden sind.

Als besonders interessant werden Themen wie Goldminen, Energie und China eingestuft. Der Goldminensektor hat unter dem fallenden Goldkurs gelitten, diesen Rückgang allerdings auch genutzt, um den Fokus auf Cashflow-Generierung anstelle des Produktionswachstums zu legen. Bei den Energieaktien gefällt die günstige Bewertung und die hohe Dividendenrendite. In China sind die Inflationsdaten deutlich zurückgekommen, was der Zentralbank die Möglichkeit gibt, auf der monetären Ebene kräftig zu intervenieren, sollte dies notwendig werden. Auch die geringe Staatsverschuldung deutet auf eine enorme Menge «trockenen Pulvers» hin.

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Aufgrund der Orientierung an der Leitmaxime in der Vermögensverwaltung «Sicherheit vor Rendite» verzichtet Maerki Baumann bei Herrn Kuster auf Hedge Funds und auf Anlagen in Private Equity. Als Depotbeimischung erachtet die Bank Gold und Platin als interessant und investiert 8,5 Prozent des Depotvermögens in diese beiden Edelmetalle.

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