Vor einem Jahr griff der Staatsfonds GIC aus Singapur der UBS bei einer der drei Kapitalerhöhungen unter die Arme. Kurz darauf brachte die Bank Wegelin zwei Produkte auf den Markt, bei denen das Auszahlungsprofil synthetisch nachgebildet wurde. So konnten auch Privatanleger gleich gut - oder schlecht - wie der Staatsfonds in die UBS investieren.

Dabei entwickelte die Bank Wegelin zwei verschiedene Produkte. Das eine wirft einen hohen Coupon (15,04%) ab. Das andere bietet einen Zins in der Höhe von jenem des Staatsfonds (9%) plus einen bedingten Kapitalschutz (mit einer Barriere bei 22.14 Fr.). Die Produkte laufen im Februar 2010 aus.

Besser mit Kapitalschutz

Nachgebildet wurde somit eine Pflichtwandelanleihe. Bei der Variante 1 erhält ein Anleger 16 UBS-Aktien sowie den Gegenwert von 0,603 UBS-Aktien in bar, wenn die UBS-Aktie am Stichtag über dem maximalen Wandlungspreis von 60.23 Fr. notiert. Liegt die UBS-Aktie am Stichtag unter 51.48 Fr., bekommen Anleger 19 Aktien zuzüglich 0,425 UBS-Aktien in bar. Und sollte die UBS-Aktie zwischen dem unteren und dem oberen Wandlungspreis notieren, erhält der Anleger Aktien entsprechend dem Nominalwert dividiert durch den Schlusskurs.

Bei der Variante 2 war wichtig, ob die Barriere berührt wurde. Weil das der Fall war, bekommen Anleger 19 UBS-Aktien und 0,425 UBS-Aktien in bar. Das erste Produkt notiert gegenwärtig bei 55.60/57.60 Fr. (Geld- und Briefkurse), das zweite bei 42.80/44.80 Fr. Ausgehend vom Ausgabekurs bei 100 haben die Produkte 44% bzw. 57% an Wert verloren. Das ist weniger als die UBS-Aktie, die in den letzten zwölf Monaten um 64% einbrach. Besser gefahren wären Anleger mit Kapitalschutzprodukten wie UBSSB, das in zwölf Monaten lediglich 1% verloren hat. Seit der Emission ist der Preis um 9% gefallen. Das von der UBS emittierte Produkt weist indes eine interessante Bewegung auf: Der Preis fiel in den hektischen Oktobertagen von 91 auf 86%, weil Anleger befürchtet hatten, dass nicht nur ein Kurs-, sondern auch ein Emittentenrisiko drohen könnte. Inzwischen ist der Kurs wieder um 6% auf 91% gestiegen.

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Ein weiteres Kapitalschutzprodukt mit Cap (EFBFA) stammt aus dem gleichen Haus. Dieses ist in den letzten zwölf Monaten sogar 1,2% teurer geworden. Die Ausschläge hier sind relativ klein, auch während der hektischen Wochen im letzten September und Oktober schwankten die Preise lediglich in einem engen Band zwischen 96 und 101%.

Staatsfonds hätten sich vielleicht hinsichtlich der Ausgestaltung ihrer Kapitalerhöhung am Retailmarkt inspirieren lassen können - immerhin erhalten sie noch den zweistelligen Coupon ausbezahlt.

Kurse parallel

Ungleich mehr eingebüsst haben andere Produkte, wie das in den letzten Tagen umsatzstarke Barrier-Reverse-Produkt UBSFF. Dieses hat seit Mai 55% verloren, geringfügig weniger als die Aktie (seither minus 58%).

Mit wenigen Ausnahmen sind bei all diesen Produkten die Barrieren gerissen, seither bewegen sich die Papiere parallel zur Aktie. Ein kleiner Trost für die Käufer: Ihnen entgeht nicht auch noch die Dividende wie den übrigen UBS-Aktionären - üblicherweise wird die Struktur mit der Dividende finanziert, und die erhält der Anleger in solche Derivate sowieso nicht.