Griechenland hält die Euro-Zone in Atem und belastet den Kurs der Gemeinschaftswährung. Zeitweise ist der Euro gar unter die Marke von 1.43 Fr. gefallen. Das ist schlecht für die Exportindustrie, deren Produkte in der Euro-Zone immer teurer werden. Gut ist es dagegen für all jene, die als Anleger auf diese Verschiebung gesetzt haben. Denn mit Investments auf Devisen lassen sich gute Renditen erzielen, egal, wohin die Reise an den Finanzmärkten gerade geht.

Ob der Euro in vier Wochen tiefer oder höher steht, das ist dabei gar nicht einmal entscheidend. «Die langfristigen Trends erlauben am Devisenmarkt oft am meisten Geld zu verdienen», sagt Andreas Utermann, Chef-Anlagestratege von RCM, einer Tochtergesellschaft von Allianz Global Investors. Und diese seien meist recht klar vorauszusehen.

Aufwertungstendenzen in Asien

Eine wesentliche Entwicklungslinie sieht er in der wachsenden Bedeutung der asiatischen Länder, allen voran China. «Der Wert des Yuan wird langfristig steigen und das gilt auch für die Währungen der Nachbarländer», glaubt er. Daher sei es sinnvoll, in Anleihen aus dieser Region zu investieren, um so an der Aufwertungstendenz teilzuhaben. Ähnliches gilt für jene Währungsräume, die vom Rohstoffboom profitieren, beispielsweise Australien und Norwegen.

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Auf der anderen Seite stehen die Währungen, die langfristig eher abwerten dürften. Dazu zählt auch der Dollar. Im Vergleich zum Euro hat er zwar in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt. Aber allein die Betrachtung seines Aussenwertes im Vergleich mit einem Währungskorb aus sechs Währungen zeigt, dass der Grund dafür allein die Schwäche des Euro war.

Für Christian Apelt, Währungsexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen, gleicht daher der Vergleich von Dollar und Euro eher einem Wettbewerb zwischen einem Einäugigen und einem Blinden. Denn auch die USA stehen vor erheblichen Problemen und einem enormen Schuldenberg.

Genauso wenig strotzt der japanische Yen vor Kraft. Denn Tokios Schuldenberg ist in Relation zur Wirtschaftskraft sogar noch grösser als jener Griechenlands. Bald schon dürften auch die Japaner ausländische Gläubiger anzapfen müssen - und ob diese genug Vertrauen in Japans Finanzkraft haben, ist fraglich. «Der Yen müsste eigentlich deutlich abwerten», sagt daher Utermann.

Stete Rendite mit Devisenfonds

Auf solch langfristige Trends setzen Devisenfonds, die meist in Anleihen jener Staaten investieren, bei deren Währung sie mit einer Aufwertung rechnen. Diese Fonds bringen sehr stetige Renditen, selbst die Finanzkrise konnte den meisten wenig anhaben. Daher weisen sie auch auf Sicht von drei Jahren ein Plus aus, während Aktienfonds für diesen Zeitraum meist noch im Minus sind. Doch die Anleger dürfen keine Wunder erwarten. Die Renditen liegen im niedrigen einstelligen Bereich. Das entscheidende Argument für sie ist die Stetigkeit des Vermögenszuwachses und die relative Sicherheit zu anderen Anlageformen.

Wer mit Devisen mehr gewinnen und auch ganz konkret auf die aktuellen Entwicklungen setzen möchte, der muss mehr riskieren. Dies ist einerseits über spezielle Indexfonds möglich. Daneben gibt es eine Reihe von Zertifikate mit denen Anleger verschiedene Szenarien spielen können, indem sie auf einen sinkenden (short) oder steigenden (long) Euro-Kurs im Vergleich zu anderen Devisen setzen. Wer dies tut, sollte aber eine klare Meinung über den Devisenmarkt haben und bereit sein, das Risiko zu tragen.