Vor zwei Jahren an dieser Stelle empfohlen und bereits nach sechs Monaten war das Kursziel von 49,50 Euro erreicht: PWO brachte damals einen schnellen Gewinn von 32,4 Prozent. Hielt sich die Aktie des Autozulieferers dann den Rest des Jahres mehr oder weniger auf diesem Niveau, so geht es mit dem Titel seit Ende Januar nur noch bergab. Aber das nur kursmässig. Denn operativ läuft es sogar besser, als vor zwei Jahren erwartet.

Die mittelfristigen Ziele des Anbieters von mehr als 1000 Produkten für Sicherheit und Komfort in Autos und auch für Elektromobilität und Leichtbau werden nämlich deutlich früher erreicht als ursprünglich geplant. PWO wollte in 2020 einen Umsatz von mindestens 500 Millionen Euro schreiben. Das klappt nun wahrscheinlich schon in diesem Jahr.

Wachstum schneller als der Markt

Der Hersteller beispielsweise von Komponenten für Airbags, kompletten Sitzstrukturen oder Rohren für die Lenkung profitiert von der hohen globalen Nachfrage nach Autos und den beständigen Neuerungen der Modelle. Zudem erweitert der Konzern aus Oberkirch im Schwarzwald seine Kapazitäten. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise zwei neue Standorte in Tschechien und Mexiko errichtet und mehrere neue Pressenhallen für die Produkte etwa im Bereich Metallumformung fertiggestellt.

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Auch durch seine exzellente Marktstellung – PWO ist beispielsweise beim Autozulieferer Brose einer der wenigen Key Supplier – konnte das Unternehmen in den letzten Jahren deutlich schneller wachsen als der Markt. Während die Zahl der produzierten Pkws zwischen 2013 und 2018 um 19,1 Prozent auf 86,1 Millionen Stück nach oben ging, kommt PWO im selben Zeitraum auf ein Umsatzplus von 32,8 Prozent. Alleine im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse um 12,5 Prozent auf 461,0 Millionen Euro.

Hohe Dividende, günstige Bewertung

PWO-Chef Volker Simon sieht in den nächsten Jahrzehnten grosse Nachfrage nach dem Leistungs- und Produktangebot seines Unternehmens und erwartet wegen seiner guten Positionierung bei Digitalisierung und Industrie 4.0 zusätzliche Effizienzgewinne.

Nachdem das Ergebnis bereits im Halbjahr von 1,89 auf 2,31 Euro je Anteil gestiegen ist, dürfte der Gewinn im Gesamtjahr bei über 4,0 Euro je Aktie liegen. Mit einer hohen nachhaltig steigenden Dividende – für 2018 sind 4,9 Prozent drin –, einem 8er-KGV und Kursen lediglich im Bereich des Buchwerts ist PWO klar zu billig. Kurse um 50 Euro könnten bald wieder drin sein.

PWO AG

ISIN: DE0006968001

Gewinn je Aktie 2019e: 4,50 €

KGV 2019e: 8,2

Dividende/Rendite 2018e: 1,80 €/4,9%

EK je Aktie: 35,94 €

EK-Quote: 28,2%

KBV: 1,0 

Kurs/Ziel/Stopp: 37,0/52,50/25,70 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)