Futuresindizes sind ein beliebter und einfacher Weg, eine diversifizierte Anlage in der Anlageklasse der Rohstoffe zu tätigen. Doch die exponentielle Vermehrung von Rohstoffindizes über die letzten Jahre hat für Investoren die Wahl des für sie bestgeeigneten Index erschwert. Die einzelnen Rohstoffindizes unterscheiden sich nicht nur in ihrer Komposition und Gewichtung, sondern auch in der Art und Weise, wie sie über die Futureskurve investiert sind. Investoren sollten sich gut über die speziellen Eigenschaften von Rohstoffindizes informieren, um die richtige Investitionsentscheidung zu treffen.

Rohstoffindizes bilden normalerweise die Entwicklung an den Futuresmärkten ab. Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen besteht bei einem Rohstoff-Futureskontrakt kein Recht auf Dividenden oder Zinsen. Daher unterscheidet sich der Rohstoff-Futureskontrakt auch in der Art, wie Gewinne erzielt werden. Die Gesamtrendite wird durch drei Faktoren bestimmt.

Die Krux mit dem Rollen

Einerseits durch Veränderungen des Kassapreises: Der Grossteil der Rendite resultiert aus der Veränderung des Rohstoffpreises selber. Andererseits durch die Rollrendite: Ähnlich wie bei den Obligationen haben Futureskontrakte eine Laufzeit. Kurz vor deren Ende wird der auslaufende Futureskontrakt mit einem darauffolgenden Kontrakt ersetzt, um die physische Lieferung zu vermeiden und dennoch weiterhin am Markt investiert zu bleiben. Je nach Form der Futureskurve entsteht dabei ein Gewinn oder ein Verlust. Befindet sich die jeweilige Futureskurve in Contango, ist der zu verkaufende bzw. auslaufende Futureskontrakt günstiger als derjenige, welcher neu gekauft wird. Dies verursacht Rollkosten. Befindet sich die Futureskurve in einer Backwardation, handelt der neu zu kaufende Kontrakt günstiger als der zu verkaufende. So entsteht ein Rollgewinn.

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Weiter bestimmt sich die Gesamtrendite durch die Zinsrendite: Bei Terminkontrakten fliesst theoretisch erst beim Ablauf des Futures ein Geldbetrag. Jedoch sind die Investoren verpflichtet, einen gewissen Betrag als Sicherheit zu hinterlegen, und erhalten dafür einen Zins. Bei vollständig mit Kapital unterlegten Rohstoffindizes fällt daher auf den investierten Betrag eine Zinskomponente an.Wie erwähnt, sind die Veränderungen der Rohstoffpreise für den Grossteil der Gesamtrendite verantwortlich. Der gesamte Kassapreisgewinn kann jedoch je nach Rohstoffindex erheblich variieren, da die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten und deren Gewichtung relativ unterschiedlich sein können.

Eine der höchsten Diversifizierungen erreicht der Rogers International Commodity Index (RICI), der jedoch auch in weniger liquide Märkte investiert. Demgegenüber steht der Deutsche Bank Liquid Commodity Index (DBLCI), welcher nur in die liquidesten Kontrakte der einzelnen Sub-Rohstoffkategorien (Energie, Edel-, Industriemetalle und Soft Commodities) investiert.

Rollrenditen und Contango

Rollrenditen, die eine wichtige Komponente der Gesamtrendite darstellen, haben in den letzten Monaten bei einigen Anlegern für Enttäuschungen gesorgt. Weil die Lagerbestände bei den einzelnen Rohstoffen stark angestiegen sind, erhöhten sich die Lagerkosten erheblich. Da der Käufer bei einem Terminkontrakt den Verkäufer für seine Haltekosten entschädigen muss, schlägt sich dies in höheren Preisen für längerfristige Kontrakte nieder. Durch diese Entwicklung ergab sich bei einigen Rohstoffmärkten, wie beispielsweise beim Erdöl, ein starkes Contango und daher erhebliche Rollkosten.

Diese Rollkosten können bis zu einem gewissen Grad vermindert werden, indem beispielsweise die Anzahl der Rollvorgänge verkleinert wird, das Rollfenster verlängert wird oder längerfristige Kontrakte gewählt werden. Mit solchen Innovationen konnten Indizes wie der UBS Bloomberg Constant Maturity Commodity Index, der Deutsche Bank Liquid Commodity Index - Optimum Yield oder der Credit Suisse Commodity Benchmark gegenüber traditionellen Rohstoffindizes signifikant bessere Ergebnisse erzielen.

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