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Quest-Übernahme bremst Aktie

Beim Aromen- und Riechstoffhersteller steht die Integration von Quest im Vordergrund. Kurzfristig ist kein Treiber für die Aktie in Sicht.

Von Natalie Gratwohl
am 10.10.2007

GIVAUDAN. Givaudan sind die ersten Integrationsschritte bei der Übernahme der niederländischen Quest gelungen. «Die Integration ist auf Kurs», kommentiert Vontobel-Analyst Damien Weyermann. Wie viele andere Analysten steht er der Übernahme grundsätzlich positiv gegenüber und ist überzeugt, dass die Akquisition langfristig strategisch sinnvoll ist.

Man sei auf gutem Weg, das Synergieziel von 200 Mio Fr. im Jahr 2010 zu erreichen, teilte der Aromen- und Riechstoffhersteller am Montag anlässlich der Publikation der Umsatzzahlen mit. In den ersten neun Monaten hat das Genfer Unternehmen den Umsatz um 41,1% auf rund 3,11 Mrd Fr. gesteigert, was insgesamt etwa im Rahmen der Analystenschätzungen lag. Dabei schnitt die Sparte Riechstoffe etwas besser ab als durchschnittlich erwartet, dafür stieg der Umsatz im Bereich Aromen weniger stark.

Quest ist der Schlüssel zur Aktie

Im Fokus standen allerdings ohnehin die Aussagen zur Integration, denn der Aktienkurs wird in erster Linie von Neuigkeiten zu Quest bestimmt. «Die Übernahme von Quest ist derzeit der Schlüssel zur Aktie», sagt Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Im 4. Quartal 2007 sollten bereits die ersten negativen Effekte – etwa Kundenüberschneidungen – der Integration sichtbar werden. Und: «2008 dürfte das schwierigste Jahr werden.» Auch Weyermann von Vontobel meint: «2007 und 2008 werden wohl Übergangsjahre für Givaudan bleiben.» Er sieht noch immer keine klaren kurzfristigen Treiber für die Aktie. In diesem Jahr ist der Titel erst rund 1% vorgerückt. «Die Unsicherheit wird noch auf der Aktie lasten, bis man wirklich sieht, wie die Integration von Quest vorankommt», erklärt Bürki von der ZKB. Er hat den Titel mit «Marktgewichten» eingestuft, wie insgesamt 60% der Analysten. 40% empfehlen die Aktie des weltgrössten Duft- und Aromenherstellers zum Kauf. Nach der 2,8 Mrd Fr. schweren Übernahme von Quest ist der Abstand von Givaudan zur Nummer zwei im Markt, der US-amerikanischen International Flavors & Fragrances (IFF), deutlich. Die Aktie hat in diesem Jahr bislang mehr Auftrieb gehabt als Givaudan: IFF hat seit Jahresbeginn fast 10% gewonnen. Mit einem geschätzten Kurs- Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2008 von 17,6 ist der Titel aber bereits höher bewertet als Givaudan mit 15,8.

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