Am 24. Juli wird die Credit Suisse (CS) das Ergebnis zum 2. Quartal vorlegen. Dieses wird durch zwei Faktoren bestimmt: Einerseits durch den weiteren Abschreibebedarf bei Krediten, andererseits durch das operative Geschäft.

Für Abschreiber und Wertberichtigungen verwenden Investmentbanken die von der US-Firma Marktit berechneten Indizes für Subprime-Verbriefungen, die Derivate auf kommerzielle Liegenschaften und für Firmenfinanzierungen als Messlatte. Je nach Indexveränderung im Laufe des Quartals ergibt sich daraus eine Wertveränderung.

Aufgebautes Basiswertrisiko

Bei Verbriefungen für US-Wohnhypotheken fielen die entsprechenden Indikatoren für mittlere und höhere Bonitätsstufen («Mezzanine», «Alt-A») zwischen 38 und 53%, die AAA-Trachen verminderten ihren Wert nur um 5%, weil offene Positionen geschlossen wurden und Absicherungen ausliefen. Weil sich die Spotpreise der den Indizes zugrunde liegenden Tranchen kaum veränderten, baut sich ein Basiswertrisiko auf. Bei kreditfinanzierten Übernahmen und bei Verbriefungen von kommerziellen Liegenschaften zeigt sich ebenfalls eine Lücke zwischen der Kursentwicklung der Basiswerte – diese blieben stabil – und den Indizes, welche 3 bzw. 3 bis 13% an Boden gewannen. Und bei den Monolinern Ambac und MBIA, welche viele von den Banken gehaltene Kredittranchen versichert hatten, sind die Kredit-Spreads von 0,6 auf 1,6% weiter auseinander gelaufen.

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Goldman-Sachs-Analyst Christoffer Malmer hat auf dieser Basis für die CS den Abschreibebedarf für das laufende Quartal detailliert ermittelt. Im Subprime-Segment stehen Positionen von 2,95 Mrd Fr. Absicherungen von 2,8 Mrd gegenüber, es verbleibt ein Abschreibungsbedarf von 164 Mio Fr. Bei kommerziellen Liegenschaften ist der Abschreibebedarf 110 Mio Fr., bei kreditfinanzierten Übernahmen 329 Mio Fr. und weil die Raten für Credit Default Swaps (spezielle Derivate, mit denen sich Gläubiger gegen Pleiten absichern) ebenfalls geschrumpft sind, entsteht ein Korrekturbedarf bei eigenen Schulden von 546 Mio Fr. Zusammen ergibt das einen Abschreibebedarf von 1,15 Mrd Fr.

Für das Quartalsergebnis der CS erwartet Malmer daher unter dem Strich einen Gewinn von 1,185 Mrd Fr., basierend auf einem Tier-1-Kapital von 30,7 Mrd Fr. und einem Tier-1-Kapitalverhältnis von 10,2%. Zum Vergleich: Für die UBS rechnet Malmer mit einem Abschreibebedarf von 4 Mrd Fr. und einem Verlust von 784 Mio Fr., für die Deutsche Bank mit einem Abschreiber von 480 Mio Euro und einem Gewinn von 516 Mio Euro. Das Preisziel für die Aktien beliess Malmer für die CS bei 60 Fr., für die UBS wurde es um 3 Fr. auf 31 Fr. und für die Deutsche Bank um 6 Euro auf 73 Euro reduziert.

Etwas grösser als Malmer schätzt JP-Morgan-Analyst Kian Abouhossein den Abschreibebedarf der CS. Bei seinen Berechnungen, die ähnliche Abschreibunsgquoten wie bei Malmer ergeben, kommt er auf 1,69 Mrd Fr.

Aktie zum Verkauf empfohlen

Vom operativen Geschäft erwartet Alan Webborn, Analyst bei der Société Générale, einen Rückgang der Investmentbank-Umsätze auf das Niveau von 2005 und ein allenfalls stabil bleibendes Asset-Management-Geschäft. Die Gesamteinnahmen für das laufende Jahr schätzt Webborn auf 26,1 Mrd Fr., 13,6 Mrd weniger als noch 2007.

Dem stehen mit 23,2 Mrd Fr. Ausgaben gegenüber, 2,5 Mrd Fr. weniger als 2007. Unter dem Strich verbleibt ein Reingewinn von 1,8 Mrd Fr, wenn Wertberichtigungen und Abschreiber berücksichtigt werden. Die Aktie empfiehlt Webborn zum Verkauf.