Hedge-Fonds haben im bisherigen Jahresverlauf zwischen 1 und 5% verloren. Der SMI hatte in den ersten drei Monaten knapp 15% eingebüsst und viele weitere Aktienindizes verloren ebenfalls deutlich mehr als die einschlägigen Hedge-Fonds-Indikatoren.

Oft werden hier Äpfel mit Birnen vergliche»n, weil bei den Hedge-Fonds-Indizes einerseits die Meldung der Performance-Daten auf freiwilliger Basis erfolgt und somit eine Verzerrung nach «oben» besteht – die «wirklichen» Ergebnisse dürften etwas schlechter sein als die ausgewiesenen. Andererseits sind die gemeldeten Ergebnisse Netto-Performance-Angaben, nach Abzug der Kosten und Erfolgsbeteiligungen der Hedge-Fonds-Manager. Diese machen oft ein Viertel der Performance aus, die Indizes spiegeln demnach nicht den «echten» Leistungausweis der Hedge-Fonds-Manager, das «Alpha».

Für Beta nichts zahlen

Mit diesem Kennwert wird erfasst, ob und wie viel ein Hedge-Fonds bzw. sein Manager besser ist als der Markt. «Beta» ist das Marktrisiko, das ein Investor theoretisch durch den Kauf eines Indexproduktes erwirbt. Bei institutionellen Investoren ist es üblich, Alpha und Beta zu trennen und für ein Alpha etwas höhere Preise und Gebühren zu verlangen als für das Beta. «Zahlen Sie nichts fürs Beta», schreibt denn auch Dominic Clermont, Managing Director von ID Asset Management, im Vorfeld einer einschlägigen Konferenz.

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Ein neues, von Goldman Sachs emittiertes, in Franken (Valor 3790820), Euro (3790822) oder Dollar (3790825) denominierten Open-End-Hedge-Fund-Zertifikat «GS ART» setzt genau auf dieses Beta. Der GS ART versucht dabei, den Gesamtertrag eines dynamischen Baskets von investierbaren Marktfaktoren, die «mittels eines Algorithmus die Risiko-Rendite-Merkmale von Hedge-Fonds als breiter Anlageklasse zu approximieren». Der Algorithmus besteht aus einer Kombination von Handelsregeln, die Daten kommen aus einer Datenbank eines Drittanbieters, bei der bestimme Kriterien von Goldman Sachs angewandt werden.

In der Praxis heisst das, eine gleichförmige Rendite mit möglichst geringer Schwankungsbreite durch die Kombination einiger Rezepte – beim S&P-500 beispielsweise short zu gehen und bei Zinsen long zu gehen – zu erzielen, um das Beta, die Entwicklung des Hedge-Fonds-Gesamtmarktes, zu reproduzieren.

Damit konkurrieren diese Produkte mit den einschlägigen Index-Trackern auf die Hedge-Fonds-Indizes, die sich in den letzten zehn Monaten meist ordentlich gehalten hatten, wenn man von den Währungsverlusten absieht. Hier kommen Anleger zudem in den Genuss der positiven Effekte der Meldefreiheit – die pleite gegangenen Fonds tauchen nicht mehr auf und drücken nicht die Gesamtperformance.

Nicht gleich aufspringen

Unmittelbaren Zugang auf das Alpha von Hedge-Fonds-Managern haben Retailanleger durch den Kauf einiger in Deutschland erhältlicher Zertifikate, welche die Performance von Hedge-Fonds direkt nachzeichnen. Einige «quantitative» Hedge-Fonds, die in den letzten zwölf Monaten versucht hatten, mit Algorithmen die Performance der Fonds zu replizieren, sind zudem gescheitert, weil sich die Auswahlverfahren bei den Marktturbulenzen als unzureichend erwiesen hatten.

Konservative Anleger warten deshalb etwas, bis sich abzeichnet, ob und wie gut sich der GS-ART-Mechanismus in einer unruhigen Marktphase bewährt.