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Krypto
Reputationsrisiko Bitcoin?

Zug: Kryptovalley am See.
Stadt Zug: Der Wirtschaftsstandort stand zuletzt in der Kritik wegen der Rohstoffkonzerne. Auch die Krypto-Szene könnte zum Reputationsrisiko werden.Quelle: Keystone

Bitcoin, Ether und Co. verlieren massiv an Wert. China und Südkorea will die Technologie verbieten. Das kann auch für die Schweiz zum Problem werden.

Kommentar  
Von Peter Manhart
am 17.01.2018

Die Kurse von Bitcoin und Ether, den zwei wichtigsten Kryptowährungen, werden diese Woche gehämmert. Schlag auf Schlag sinkt der Wert. Der Bitcoin wird bereits unter 9'500 Dollar gehandelt und es sieht so aus, als ob Ether unter 800 Dollar rutscht.

Erst vor wenigen Wochen markierten die beiden Kryptos Hochs von knapp 20'000 und 1500 Dollar. Grund für die massiven Verluste sind die Bestrebungen Chinas und Südkoreas Bitcoin und Co. zu verbieten oder zumindest streng zu kontrollieren.

Gerät «Crypto Valley» in den Strudel?

Auch in Zug, dem «Crypto Valley» der Schweiz, dürfte die aktuelle Entwicklung mit Sorge betrachtet werden. Einige werden das Blutbad als überfällige Bereinigung ansehen, die «gesund» sei und dem Markt langfristig zugute komme. Andere fürchten sich wohl, dass nun auch in der Schweiz dunkle Wolken über dem Blockchain-Himmel aufziehen. Denn es ist unwahrscheinlich, dass die Schweiz weiter als Krypto-Paradies gehätschelt wird, wenn bedeutende Staaten wie Südkorea oder China, Bitcoin und Co. verbieten wollen.

DIe Währung des Darkwebs

Der Ruf von Bitcoin ist denkbar schlecht. Drogenhändler, Pädophile und Terroristen zahlen damit im Darkweb. Mit Bitcoin werden Kapitalverkehrskontrollen umgangen und Steuern optimiert und nicht nur die Bankindustrie, das Währungssystem und später dann das Internet of Things disrupiert. Das vergessen die Blockchain-Apologeten geflissentlich.

Der Schweiz, die eine notorische Vergangenheit mit Schwarzgeld hat, dürfte es nicht leicht fallen, die Legitimität des Krypto-Geschäfts gegenüber Drittstaaten darzulegen. Einer differenzierten Betrachtung hält das «Schwarzgeld»-Argument im Fall der Schweiz zwar nicht stand. Ähnlich wie die Banken verfolgt die hiesige Krypto-Szene eine «Weissgeld»-Strategie. Doch wir dürfen nicht auf Nachsicht von Staaten hoffen, die der Krypto-Welt den Riegel schieben wollen. Besonders wenn die USA solche Pläne verfolgen sollten.

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass mit dem Zweihänder zugeschlagen wird und nicht der chirurgische Eingriff mit dem Skalpell gesucht wird. Zug könnte also erneut zum Reputationsrisiko für die Schweiz werden. Möglicherweise erkennt das sogar Bundesrat Schneider-Ammann irgendwann. Bis dahin hält er eloquente Reden an Krypto-Konferenzen, wie derzeit an der Crypto Finance Konferenz in St. Moritz.  

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