ABB. Seit dem 7. November 2007 kennt die ABB-Aktie nur noch eine Richtung: Abwärts. Der Titel des Elektro- und Automationskonzerns verlor zeitweise über 14%, erholten sich aber bis zu Redaktionsschluss am Dienstag wieder um gut 2,5% auf zuletzt 29.75 Fr.

Der Absturz der Blue-Chip-Aktie basiert auf mehreren Faktoren, die zusammenspielen. ABB gehören seit Anfang 2007 zu den Stars unter den Schwergewichten: Die Aktie kletterte um über 40% und knüpfte am 6. November bei 36.70 Fr. wieder an alte Zeiten an. Dass Investoren nun ihre Buchgewinne realisieren, liegt auf der Hand – insbesondere bei kurzfristig orientierten Anlegern, die mit anderen Titeln Geld verloren haben und jetzt auf flüssige Mittel angewiesen sind. Gleichzeitig belasten die Unsicherheit an den Finanzmärkten, verbunden mit Rezessionsängsten in den USA. Das trifft Zykliker wie ABB. Obwohl Nordamerika bei weitem nicht der wichtigste Markt für ABB ist – Nord- und Südamerika zusammen holten im 3. Quartal 2007 noch 16% der Aufträge an Bord, 2006 waren es noch 20%. Wichtiger sind Europa (49%) und Asien (24%), kleiner als Amerika ist nur noch die Region Mittlerer Osten und Afrika (11%). Das Geschäft von ABB ist kaum von der US-Immobilienkrise betroffen. CEO Fred Kindle liess bei der Präsentation der Q3-Zahlen Ende Oktober 2007 verlauten, dass der Konzern lediglich mit einem Umsatzanteil von rund 1% direkt in diesem Bereich engagiert sei. Der ABB-Konzern profitiere vielmehr von der seltenen Situation, dass eine weltweite kräftige Nachfrage nach Industrieausrüstung von einem starken Trend zum Ausbau der Strominfrastruktur begleitet werde, so Kindle. Das gelte sowohl für Schwellenländer als auch für Industrieregionen, wo das Risiko von Blackouts über die letzten Jahre zugenommen habe. Trotz der rosigen Aussichten beginnen Grossinvestoren damit, ihre Portfolios umzuschichten. Die Industriebranche hat den Zenit mittlerweile überschritten – 2008 dürfte ein weiteres freundliches Jahr werden, darüber hinaus wagt kein Konzernchef mehr eine verbindliche Prognose. So erwartet auch ABB-Chef Kindle, dass «die günstige Marktlage für den restlichen Verlauf des Jahres 2007 anhalten und sich bis ins 1. Halbjahr 2008 fortsetzen wird». Danach wird man sehen.

Analysten bleiben optimistisch

Die Finanzanalysten jedenfalls sind nach wie vor optimistisch. Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos hält ABB weiter auf Buy, sein Kursziel liegt bei 40 Fr. Ins selbe Horn stossen die Analysten der Credit Suisse (38 Fr.), Lehman Brothers (39 Fr.) und von Sal. Oppenheim (40 Fr.).