Swatch ist es erstmals gelungen, die magische Grenze von 1 Mrd zu durchstossen. 1,01 Mrd Fr. Jahresgewinn (plus 22%) verzeichnete der Bieler Luxushersteller. Viele Aktionäre zeigten sich jedoch unbeeindruckt von diesem Meilenstein. Die Aktie ist – begleitet vom Konkurrent Richemont – seit Veröffentlichung der Jahreszahlen deutlich unter Druck. Grund dafür ist laut René Weber, Analyst bei Vontobel, das massiv erhöhte Währungsrisiko: «Für die Uhrenindustrie ist das ein grosses Problem. Die Schweizer Luxusunternehmen leiden darunter noch stärker als die europäischen.»

Downgrades von Swatch

Swatch ist im Luxusgütersegment das einzige Unternehmen, das die Zahlen in Franken publiziert. Damit kränkelt die Bieler Firma nicht nur an der Dollarschwäche, sondern auch an den Abgaben des Euro. Deshalb rechnet Weber bei Swatch mit den grössten negativen Auswirkungen auf den Umsatz: Minus 8%. Dennoch bleibt er zuversichtlich: «Nach dem Kursrückgang sehen wir die Swatch- Aktien als Favoriten, haben sie doch den tiefsten USA-Umsatzanteil.»

Kritischer beurteilt ZKB-Analyst Patrik Schwendimann den Titel: «Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,2 für die nächsten zwölf Monate ist Swatch nicht besonders günstig, vor allem nicht im Branchenvergleich.» Der Newsflow werde sich ausserdem künftig verschlechtern, so Schwendimann. Er stufte den Titel deswegen von «Marktgewichten» auf «Untergewichten». Auch Helvea-Analyst Alessandro Migliorini reduzierte sein Rating auf «Neutral» und setzte das Kursziel von 400 Fr. neu auf 340 Fr.

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Bewertung als Trumpf

Ein Trumpf von Richemont ist das niedrige KGV von 12,4 für 2008. Der Bewertungsabschlag im Branchenverleich kommt jedoch nicht von ungefähr: Satte 26% büsste die Aktie seit Jahresbeginn ein. »Ein gewisses Zückerchen bei Richemont ist die im November angekündigte Abspaltung von BAT, die unseres Erachtens 2008 stattfinden wird», so Schwendimann. Ob 2008 für Richemont und Swatch ein Erfolgsjahr wird, hängt auch damit zusammen, wie die Kosten des negativen Währungseffektes überwälzt werden können. «Bisher konnten diese über Preiserhöhungen wettgemacht werden», so Weber. Bei einem Ausmass von 20% werde dies aber kritisch – obwohl sich im Luxussegment Preise einfacher überwälzen lassen.