Die Schweizer Uhrenexporte sind im April gegenüber dem Vorjahr real um 18,8% auf 1424 Mio Fr. gestiegen. Swatch und Richemont verzeichneten nach der Publikation Kursgewinne. Die beiden Schweizer Luxusgüterkonzerne sind in der Anlegergunst wieder gestiegen.

Auch die neusten Pläne von Richemont wurden vom Markt positiv aufgenommen: Richemont wird seine Tabak-Tochter British American Tobacco (BAT), welche derzeit 43% der Börsenkapitalisierung ausmacht, abspalten. Geplant ist die Aufsplittung in zwei Teile: Die eine Gesellschaft soll das Luxusgütergeschäft beinhalten und in der Schweiz ansässig sein, die zweite Gesellschaft – mit BAT – sieht Richemont als einen Investmentfonds mit Hauptsitz in Luxemburg. Wann genau der Spin-off vollzogen wird, ist aber nach wie vor unklar. Die Abspaltung wird wegen einer Veränderung der Steuergesetzgebung bis spätestens Ende 2010 erfolgen müssen. Patrik Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), geht davon aus, dass die Abspaltung noch dieses oder nächstes Jahr erfolgen wird. Gemäss Vontobel-Analyst René Weber seien aber steuerliche und regulatorische Details noch zu klären. Er geht davon aus, dass Richemont-Aktionäre direkt BAT-Aktien und/oder Aktien der Luxemburger Investmentgesellschaft erhalten werden. Die Aktie avancierte nach Bekanntgabe der Abspaltung 1,1%.

Discount von Richemont

Die Bewertung von Richemont liegt mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,7 für 2009 fast 20% unter der Bewertung der Peer-Gruppe. «Richemont sollte aufgrund des Track Records sowie des hochwertigen Marken-Portfolios mindestens eine Bewertung inline mit der Peer-Gruppe aufweisen», kommentiert Weber den Abschlag. Eine teilweise Erklärung für den Discount könnten die fehlenden Details sowie der noch unbekannte Zeitpunkt für die BAT-Abspaltung sein.

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Swatch-Aktie wieder im Auftrieb

Im April verzeichnete Richemont ein beachtliches Umsatzwachstum von 16%. Eine neulich publizierte Studie der Deutschen Bank kommt ebenfalls zum Schluss, dass der April bei vielen Luxusgüterherstellern besser als erwartet ausgefallen sei. Nach Veröffentlichung der Studie legten die Aktien von Swatch zu. Die Papiere werden von der Deutschen Bank als Branchenfavoriten gehandelt. Ebenfalls zu Kaufimpulsen der Swatch-Valoren hatte zuvor eine Prognoseerhöhung des US-Luxusgüterkonzerns Tiffany geführt. An der Generalversammlung wurde die Dividende von 4.25 Fr. pro Inhaberaktie und die Herabsetzung des Aktienkapitals – infolge des Aktienrückkaufs 2007 – genehmigt. Angesichts der hohen Nettoliquidität rechnet Weber von Vontobel damit, dass Swatch im 2. Halbjahr ein neues Rückkaufprogramm bekannt gibt. Derzeit empfehlen fast zwei Drittel der zuständigen Analysten Swatch zum Kauf. Vontobel schätzt das KGV für 2009 auf 13 und sieht das Kursziel bei 380 Fr.