Er sei immer wieder überrascht, wie viel Bargeld manche Reisende in den Ferien dabei hätten. Das sei sehr unvorsichtig, so Thomas Beck, Geschäftsführer von Swiss Bankers. Eine sicherere Alternative bieten dagegen Kreditkarten, Maestro-/Postkarte und Travel Cash. «Jeder Kunde muss selbst entscheiden, wir weisen aber auf den Nutzen von Kreditkarten hin», so Peter Brun, Head of Corporate Communications bei Kuoni.

Bei All-Inclusive-Reisen sei häufig nur wenig Bargeld nötig, rät man bei Kuoni. In bestimmten Destinationen sei es aber schwierig ohne Bargeld, in vielen afrikanischen Ländern komme man kaum ohne aus. «In einigen Reisezielen kann man erst vor Ort in die lokale Währung wechseln», führt Reiseprofi Brun aus.

Weniger exotische Destinationen in Europa und Amerika liessen sich jedoch gut mit der Kreditkarte bereisen. Zudem ist es beinahe unmöglich, ohne Kreditkarte ein Auto im Ausland zu mieten.

Beim Entscheid für oder gegen eine Kreditkarte spielen auch die Gebühren eine wichtige Rolle. Das Bezahlen der Rechnungen fällt mit wenigen Prozentpunkten dabei nur gering ins Gewicht, richtig teuer wird es erst, wenn man mit der Kreditkarte Bargeld am Automaten bezieht. Bei der UBS kostet ein Bargeldbezug mit Kreditkarte im Ausland ohne vorhandenes Guthaben 2,5% des Betrags, mindestens aber 5 Fr. Bei vorhandenem Guthaben schlägt der Bezug mit 5 Fr. zu Buche.

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Besitzer von MasterCard und Visa Card von der Credit Suisse zahlen für einen Barbezug 3,75% der Bezugssumme, mindestens aber 10 Fr. Cornèrcard ist mit 4% noch teurer, kleinere Beträge kosten aber nur 6 Fr.

Teures Bargeld

«Für Geschäftskunden spielen Gebühren zwar häufig keine Rolle, Ferienreisende sind jedoch auf die Kosten beim Bargeldbezug mit Kreditkarten sensibilisiert», so Thomas Beck. Generell kostet ein Bargeldbezug zwischen 3,5% und 4% des bezogenen Betrages. Die Mindestgebühr liegt zwischen 5 und 10 Fr. (siehe Tabelle).

«Vergleicht man die Tarife fürs Geldwechseln im Ausland mit denen von Barbezügen mit Kreditkarten, sind die Tarife für Bezüge über die Karte zwar am oberen Limit, aber tolerabel», so Thomas Meier von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). «Wenn man die Wahl hat, ist es besser, die Rechnung direkt mit Kreditkarte zu bezahlen», so Meier. Auch hier unterscheiden sich die Tarife (siehe Tabelle).

Ein neueres Phänomen seien Trickdiebe, welche es auf die Persönliche Identifikationsnummer (PIN) abgesehen haben. Unberechtigte Bezüge mit der Nummer gehen grundsätzlich erst einmal zu Lasten der Karteninhaber, denn «der Karteninhaber muss der Sorgfaltspflicht nachkommen», erklärt Alex Josty von PostFinance. Kann der Kunde aber glaubwürdig versichern, dass er das Opfer eines Betruges geworden ist, sind die Kartenherausgeber in den meisten Fällen verhandlungsbereit.

Mit der Postcard im Ausland Geld zu beziehen, ist laut Swiss Bankers günstig. Die Gebühr beträgt unabhängig vom Geldbetrag lediglich 4 Fr. Damit schlägt die Postcard die Maestro-Karte (ca. 4.50 Fr. pro Bezug plus Zuschläge).

Karten werden nicht ersetzt

«Viele sind sich aber nicht bewusst, dass Maestro- und Postkarten mit dem Konto verbunden sind und zudem im Ausland bei Verlust nicht ersetzt werden. Das kann unangenehme Folgen haben», gibt Thomas Beck von Swiss Bankers zu bedenken. Hingegen werden Travel-Cash und Travellers Cheques weltweit kostenlos ausgetauscht. «Travelers Cheques sind für exotische Destinationen sinnvoll, die Travel-Cash-Karte kann weltweit an fast jedem Bancomaten benutzt werden», so Beck. Zudem kann beides, je nach Reiseland, direkt als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Bei längeren, individuellen Reisen seien Travelers Cheques und Travel Cash Card praktisch, so Reiseexperte Brun. «Es ist eine sichere Variante, weil sie einen Diebstahlschutz bietet. Man soll aber die Gebühren beachten», so Thomas Meier vom SKS (siehe Tabelle).