Aus den USA kamen jüngst ermutigende Konjunktursignale: Fed-Chef Ben Bernanke sagte, die Notenbank erwarte für dieses Jahr ein Wachstum von 3,5% und für 2011 mindestens ebenso viel. Eine Gefahr für die US-Konjunktur infolge der Probleme mit den Staatsschulden in Griechenland, Spanien und Portugal sieht Bernanke keine ? solange wenigstens sich die Märkte stabilisieren.

Kursmuster für Trader

Dennoch ist dies laut Analysten nicht Grund genug, um eine massive Wette auf die US-Börse einzugehen. Fundamentale Schwachpunkte in den USA bleiben der Arbeits- und der Häusermarkt. Im Frühling war auch das Handelsbilanzdefizit unverändert.

Allerdings ist an den führenden Indizes wie dem S&P-500, auf den an der SIX über 170 Produkte erhältlich sind, die globale Elite der US-Konzerne versammelt - und die macht inzwischen rund die Hälfte des Umsatzes und zwei Drittel des Gewinns ausserhalb der eigenen Landesgrenzen. Das hilft, allfällige Schwierigkeiten im Heimmarkt schneller zu über- winden.

Für den Derivatemarkt erwarten die Analysten von JP Morgan vor diesem hintergrund weiterhin überdurchschnittlich hohe Volatilität. Diese Grösse ergibt sich dabei aus der historischen oder erwarteten Schwankungsbreite von Basiswerten und ist ein wichtiges Element für die Preisberechnung von Futures und Optionen im professionellen Derivatehandel sowie für die Warrants und einen Teil der strukturierten Produkte im Retail-Derivategeschäft.

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Volatile Phasen sorgten dabei in der Vergangenheit laut den Analysten von JP Morgan für ein spezielles Kursverlaufsmuster des S&P-500-Index: Wenn der Index bis eine Viertelstunde vor Handelsschluss im Tagesverlauf gestiegen war, verstärkte sich diese positive Tendenz in den letzten Handelsminuten noch weiter. Und auf am Folgetag setzte sich ein solcher Anstieg fort. Das gleiche Muster zeigte sich bei fallender Börse. Risikoaffine und versierte Anleger können dieses Phänomen mit geeigneten Calls und Puts ausnutzen.

Dollar-Risiko beachten

Deutlich defensiver sind Anlagen über die zahlreichen Index-Tracker auf den S&P-500-Index. Diese machen indes die Bewegungen des Index eins zu eins mit. Im Gegensatz zu den Bonus-Produkten, die sich in der Schweiz nicht allgemein durchgesetzt haben, gibt es zahlreiche oft mit weiteren Indizes wie dem SMI oder dem Nikkei-225 kombinierte Reverse Convertibles. Bei diesen sind dann allerdings die Risiken aufgrund der Kombination der Basiswerte für Anleger schwerer abzuschätzen als bei den Reverse Convertibles wie SXP5R, VON917 oder VON9ZY, die ausschliesslich auf dem S&P-500 basieren.

Noch ein Stück sicherer für Anleger sind Garantieprodukte. Diese bieten je nach Ausgestaltung einen Schutz zwischen 90 und 100% nach unten sowie oft Caps in Form von Grenzen nach oben. Allerdings gereicht es dem Investor dann wieder zum Nachteil, dass sich die Papiere bei einem Aufschwung in den USA kaum bewegen würden.

UBAAJ mit 100%-Schutz beispielsweise legte in den letzten zwölf Monaten um 3% zu. VUSEP, ein Produkt mit eingebautem 98%-Schutz gegen unten, machte die Entwicklung an der US-Börse ebenfalls nur stark sediert mit. Das grösste Risiko bei den Garantieprodukten liegt übrigens im Verlauf des Dollarkurses. Investoren, die auch diese Gefahr umgehen möchten, werden bei Quanto-Produkten fündig, die das Währungsrisiko absichern.