Bitcoin ist in aller Munde. Seit Anfang 2017 hat sich der Kurs der Cyber-Währung vervielfacht. Der Hype macht die Börsen, an denen Bitcoin & Co. gehandelt werden, zu einem beliebten Ziel von Hackern. Das jüngste Opfer ist Tether. Das Startup teilte am 21. November 2017 mit, «externe Angreifer» hätten die gleichnamige Kryptowährung im Volumen von 31 Millionen Dollar gestohlen.

Das ist nur die Spitze des Eisberges. Einer Studie von Tyler Moore zufolge, einem Professor für Cyber-Sicherheit an der Universität von Tulsa, wurden seit der Erfindung von Bitcoin 2009 ein Drittel aller Handelsplattformen für Krypto-Währungen gehackt. Die Beute summiert sich auf eine Summe von über 8 Milliarden Dollar.

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Am bekanntesten ist die Attacke auf die damals weltgrösste Bitcoin-Börse Mt.Gox aus Japan. Etwa 25'000 Kunden verloren rund 650'000 Bitcoin – aktueller Wert: 5,3 Milliarden Dollar. Die Bitcoin-Börse, über die seinerzeit 90 Prozent des weltweiten Handels abgewickelt wurde, schlitterte daraufhin Anfang 2014 in die Pleite.

Die geschädigten Kunden schauen in die Röhre. Ihre entwendeten Bitcoin-Guthaben werden sie nicht zurückbekommen. Ihnen steht lediglich Schadenersatz zu, dessen Summe dramatisch geringer ist, als ihr Bitcoin-Konto inzwischen wert wäre. Denn die Ansprüche orientieren sich einem Gerichtsurteil zufolge am Bitcoin-Kurs zum Zeitpunkt der Mt.Gox-Pleite. Seitdem hat er sich fast verzwanzigfacht.

Juristisches Streitigkeiten

Zudem müssten die Opfer auf das ihnen zustehende Geld wohl noch mehrere Jahre warten, sagt Kim Nilsson, ein schwedischer Software-Entwickler. «Es handelt sich um eine juristische Grauzone.» Nilsson verlor zwölf Bitcoin bei Mt.Gox. 2014 war das Guthaben knapp 6000 Dollar wert. Heute sind es 98'172 Dollar.

Ein japanisches Gericht setzte den Gesamtwert der Schadenersatzansprüche auf umgerechnet etwa 400 Millionen Dollar fest. Zahlreiche juristische Streitigkeiten zwischen Mt.Gox und früheren Geschäftspartnern sowie Investoren verhindern eine rasche Auszahlung.

Genug Geld da

Dabei wäre mehr als genügend Geld vorhanden. Von den anfänglich verschwundenen 850'000 Bitcoin sind gut 200'000 wieder aufgetaucht. Der Wert allein dieses Guthabens beläuft sich auf 1,7 Milliarden Dollar. Hinzu kommen noch einmal jeweils die gleiche Anzahl von Bitcoin Cash und Bitcoin Gold im Gesamtvolumen von derzeit rund 250 Millionen Dollar.

Japanischen Anwälten zufolge werden Überschüsse aus der Insolvenzmasse an die Eigner des Unternehmens ausgeschüttet – den französischen Software-Entwickler Mark Karpeles sowie den US-Programmierer Jed McCaleb, der einen Minderheitsanteil von zwölf Prozent hält.

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Quelle: zvg

Die Mt.Gox-Geschädigten bringt das auf die Palme: «Wenn die Regierung das Geld einziehen würde, wäre das weniger abstossend, als es Mark zu geben», sagt Aaron Gutman, ein Software-Entwickler, der 464 Bitcoin mit einem aktuellen Wert von 3,8 Millionen Dollar verlor. Karpeles und McCaleb betonen allerdings, dass sie Überschüsse aus der Mt.Gox-Insolvenz nicht wollen.

Hohe Hürden für Gläubigerausschuss

Unterdessen bemühen sich einige der Geschädigten, einen Gläubigerausschuss auf die Beine zu stellen. Dies ist in Japan allerdings selten und dem Gesetz zufolge müssen mehr als die Hälfte der Geprellten – also gut 12'000 Personen – hierfür ins Boot geholt werden.

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Nach Worten von Daniel Kelman, einem US-Anwalt aus Taiwan, dem 44,5 Bitcoin abhanden kamen, wird der Streit um Mt.Gox noch eine ganze Weile anhalten. «Die Leute werden für höhere Schadenersatzansprüche kämpfen. Ganz sicher.» Nobuaki Kobayashi, Insolvenz-Verwalter der Bitcoin-Börse, wollte sich zum Stand des Verfahrens nicht äussern.

Mt.Gox startete 2010 als Tauschbörse für Sammelkarten. Im Jahr darauf übernahm Karpeles die Plattform und baute sie zum führenden Handelsplatz für die damals neue Krypto-Währung Bitcoin aus. Seinen Angaben zufolge hatte Mt.Gox auf dem Höhepunkt 1,1 Millionen aktive Kundendepots und wickelte 90 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels ab.

Dies lockte immer wieder Hacker an, die dort zwischen 2011 und 2014 insgesamt mindestens 650'000 Bitcoin erbeuteten – aktueller Wert: 5,3 Milliarden Dollar. Insgesamt gingen bisher weltweit rund eine Million Bitcoin verloren.

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(sda/ise)