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Misserfolg
Roche: Krebsmedikament mit Milliardenpotenzial begraben

Roche-Mitarbeiter im Labor in Kaiseraugst: Zwei wichtige Studien wurden versenkt.  Keystone

Hiobsbotschaften von der Basler Pharmafirma Roche: Zwei wichtige Studien wurden versenkt. Mit einem Brustkrebsmedikament wollte die Firma Milliarden machen. Nun kommt die Korrektur.

Veröffentlicht am 19.12.2014

Der Schweizer Pharmakonzern Roche muss gleich bei zwei wichtigen Studien Rückschläge hinnehmen. Bei der Entwicklung eines Medikaments gegen Brustkrebs blieben die erhofften Erfolge aus. Das Brustkrebsmedikament Kadcyla, dem Milliarden-Umsätze zugetraut wurden, wirke nicht schlechter, aber auch nicht besser als andere Therapien.

Ähnliches gilt für eine zweite Studie mit dem Alzheimer-Medikament Gantenerumab. Die Entwicklung eines Alzheimer-Mittels, an dem auch die bayerische Biotechnologie-Firma Morphosys beteiligt ist, musste der Basler Konzern abbrechen, wie die Firma am Freitag mitteilte. Die Phase III-Studie Scarlet brachte nicht die erwarteten Resultate und sei auf Empfehlung des unabhängigen Gremiums zur Beurteilung der Studiendaten abgebrochen worden. Scarlet war die erste Phase III-Studie, in der ein Medikament für ein sehr frühes Stadium von Alzheimer geprüft wurde.

Kurs bricht ein

Die Nachricht schockte Anleger: Roche-Aktien verloren im frühen Handel vorübergehend sechs Prozent. Denn: Analysten zeigten sich enttäuscht. Nach Angaben der Experten wäre eine Behandlung mit dem Brustkrebsmedikament Kadcyla mit 90’000 Dollar pro Patientin und Jahr viel teurer gekommen als eine Chemotherapie.

Da die Überlegenheit des Medikaments nicht nachgewiesen werden konnte, müsse das Umsatzpotenzial für Kadcyla von bisher fünf bis sieben Milliarden Franken um rund zwei bis drei Milliarden Franken reduziert werden, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Der Broker Kepler Cheuvreux schätzte das Kadcyla-Potenzial bis 2020 auf 2,5 Milliarden Franken und Analysten der Grossbank UBS sprachen von 5,1 Milliarden Franken. Diese Schätzung müsse nun deutlich zurückgenommen werden, erklärte Fabian Wenner.

Der Roche-Genussschein verzeichnete den stärksten Kursrückgang seit mehr als fünf Jahren. Auch der am Freitag laufende Verfall von Futures und Optionen an der Eurex könnte laut Börsianern eine Rolle gespielt haben. «Das hat die Abwärtsbewegung verstärkt», sagte ein Händler. Der Roche-Anteilsschein legte dieses Jahr um gut 15 Prozent zu nach einem Plus von 35 Prozent im vergangenen Jahr.

(reuters/ise/ama)

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