Die Ölpreise haben sich am Mittwoch nach starken Verlusten am Vortag stabilisiert. Am Dienstag waren die Preise noch eingebrochen. Händler erklärten dies vor allem mit dem immer stärkeren US-Dollar.

Er verteuert Rohöl für Abnehmer ausserhalb des Dollarraums, was wiederum die Nachfrage belastet. Die amerikanische Währung hatte zuletzt stark zugelegt, weil Zinsanhebungen durch die Notenbank Fed näher rücken.

Weniger Lagerbestände in den USA

Ausserdem wurde erwartet, dass die amerikanischen Lagerbestände steigen. Experten erwarteten einen Anstieg um 1,5 Millionen Barrel. Mehr Lagerbestände können ein Zeichen für eine schwächere Nachfrage sein.

Das Gegenteil ist aber eingetroffen, die Rohöllagerbestände sind zurückgegangen. Die US-Regierung hatte ein Abschmelzen der Reserven um 1,4 Millionen auf 356,6 Millionen Barrel gemeldet.

Ölpreise sacken trotzdem ab

Trotzdem sackt der Kurs auch am Mittwoch zweimal ab. Das hat mehrere Gründe, sicherlich hängt es aber mit den schwächeren Wirtschaftsprognosen und der Angst vor einer Überkapazität zusammen.

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Dass die Weltwirtschaft weniger stark wächst, ist in den letzten Tagen immer wieder kolportiert worden. Europa ist längst keine Lokomotive mehr, die USA gefallen zwar, überzeugen aber nicht. Reihenweise werden Prognosen zurückgeschraubt.

«Zögerliches und heterogenes» Wachstum

Das «zögerliche und heterogene» Wachstum der globalen Wirtschaft, wie SNB-Präsident Thomas Jordan kürzlich sagte, ist überdies anfällig für neue Störungen. Es geht die Angst um, dass Hongkongs Revolution auch den asiatischen Wachstumsmotor leicht ausbremsen könnte. Dass der Hickhack zwischen Europa und Russland noch mehr die Wirtschaftsaussichten eintrüben wird. Und dass die Daten des Einkaufsmanager-Index aus China, Japan und der EU enttäuschend sind.

Nicht genug, dass die Nachfrage schwächelt. Die Opec-Ölversorgung sprang im September auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Lybien und Saudi-Arabien fördern mehr Öl.

Entwarnung von den Grossbanken

Entwarnung geben aber die Rohstoffexperten der Schweizer Grossbank UBS und der britischen Barclays Bank. Sie zeigen sich überzeugt, dass für die Ölpreise das Schlimmste vorbei sei.

Im weiteren Verlauf des Quartals rechnen sie mit einer Erholung der Preise und begründeten dies auch mit einer Kürzung der Fördermenge durch Saudi-Arabien und mit einem Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Rohöl.