1. Home
  2. Invest
  3. Rohöl: Anleger setzen nach Opec-Treffen auf den Ausbruch

Energie
Rohöl: Anleger setzen nach Opec-Treffen auf den Ausbruch

Rohoel-Oel
Ölarbeiter in Kuwait: Der Preis für das Schwarze Gold ist zuletzt gestiegen.Quelle: Keystone

Die OPEC stützen die Ölpreise und verlängern ihre Förderbremse. Bei Investoren weckt das Phantasien: Anleger setzen auf den Ausbruch über das Dreijahreshoch.

Von Georg Pröbstl
am 01.12.2017

Die Empfehlung kam genau zur rechten Zeit! Mitte Juli hatte die Redaktion von stocksDIGITAL bei Brent schon kurzfristiges und deutliches Kurspotential erkannt. Immerhin notierte die Ölsorte aus der Nordsee damals an der starken Unterstützung bei 47 Dollar und von dort konnte der Preis seit Mitte 2015 bereits mehrfach deutlich abheben. Und genau das ist im Sommer wieder passiert. Schon zwei Wochen nach Kaufempfehlung zog es den Kurs nach oben und der Aufwärtsschwung läuft seither ungebrochen an.

Seit Mitte Juli ist der Preis für Brent um 35 Prozent gestiegen und der empfohlene Call (ISIN: DE000VS82KF9, Knock-out und Basis jeweils 44,7 Dollar, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 1:1) ist explodiert. Der Kurs des Zertifikats hat sich in nur fünf Monaten versechsfacht und damit steht ein Plus von 500 Prozent zu Buche.

Förderkürzung wurde eingehalten…

«Dabei bleiben» oder auch ein Neueinstieg könnten sich jetzt lohnen. Denn Brent macht es erneut spannend. Zum einen auf der fundamentalen Seite. Genau vor einem Jahr hatte die Organisation Ölexportierender Länder Opec zusammen mit weiteren zehn Ölstaaten – darunter Ölgigant Russland – die Kürzung der Förderung beschlossen. 1,8 Millionen Barrel wollten die rund zwei Dutzend Länder zusammen weniger pro Tag fördern. Und wider Erwarten haben sie das eingehalten.

Die Folge der Förderkürzung ist ein Preisanstieg bei Rohöl. Brent etwa kostet nun 64 Dollar und ist damit so teuer, wie zuletzt im Juni 2015. Und auch der Preis für die US-amerikanische Sorte WTI ist ähnlich angestiegen.

… und könnte jetzt verlängert werden

Nun gab es gestern ein weiteres Treffen der Ölstaaten. Wie die Konferenz in Wien zeigte, scheinen die Opec-Länder über eine Verlängerung der Förderkürzung einig. Und wollte Russland – das Nicht-Opec-Mitglied ist nach Saudi Arabien der grösste Ölproduzent weltweit – die Kürzungen zuerst lediglich um sechs Monate verlängern, so könnte das Land nun seine Produktion ebenfalls bis Ende 2018 drosseln.

Kurzfristig bedeutet das: Der Ölpreis könnte weiter steigen. Denn Brent – aber auch WTI – notieren jetzt an wichtigen Widerständen. Nach einer kleinen Kursschwäche Mitte November hat Brent das Zweijahreshoch von Anfang des Monats wieder erreicht. Fällt die Zone, könnte das weitere Kursdynamik auslösen.

Das Dreijahreshoch könnte ganz schnell drin sein

Dann könnte eine wichtige Marke ganz schnell erreicht oder sogar übersprungen werden: Das Dreijahreshoch vom Mai 2015 bei rund 68 Dollar für das Barrel. Würde auch diese Hürde fallen, könnte es mit dem Preis für das 159-Liter-Fass ganz schnell wie in einem Lift nach oben gehen. Denn 2014 hatte sich der Brent-Preis wegen der damaligen Überproduktion am globalen Rohölmarkt zwischen Juni und Dezember halbiert und war von rund 115 auf 60 Dollar abgerutscht.

Nach dem Sprung über das Dreijahreshoch wären charttechnisch und mittelfristig gesehen die grössten Chart-Hürden aus dem Weg geräumt und da könnten ganz schnell auch wieder Brent-Preise von 70 Dollar und mehr drin sein. Der im Juli empfohlene Call ist inzwischen allerdings wegen des starken Kursanstiegs für solche Spekulationen nicht mehr sonderlich attraktiv. Ist doch der Hebel inzwischen von 14 auf nur noch 3,3 gefallen. Anleger, die auf einen schnellen Schub setzen wollen, greifen deshalb erneut zu einem Call mit deutlich höherem Hebel (ISIN: DE000SC7HEC3, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 59,8105, Bezugsverhältnis 1:1). Bei einem aktuellen 18er-Hebel würde sich das Zertifikat bei einem Preisanstieg von Brent auf 70 Dollar in etwa verdoppeln.

Opec Oil Outlook 2040 – die Nachfrage steigt weiter…

Bei weiter steigenden Ölpreisen ist zwar ein Bremseffekt auf die Förderkürzung der Opec und Russlands durch die wahrscheinliche Ausweitung der Fracking-Produktion beispielsweise in den USA zu erwarten. Doch die mittel- bis langfristigen Ölperspektiven deuten auf tendenziell steigende Preise.

So erwartet die Opec in ihrem aktuellen World Oil Outlook 2040 steigende Nachfrage nach schwarzem Gold. Diese kommt beispielsweise seitens der weltweiten Bevölkerungsentwicklung, die in den nächsten zwei Dekaden um 1,8 Milliarden auf 9,2 Milliarden Menschen wachsen soll. Dann rechnet die Opec bis 2040 auch mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum weltweit von 3,5 Prozent pro Jahr und einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung auf 126 Prozent – das wäre mehr als eine Verdopplung bezogen auf die Ausgangsbasis 2016.

… und fossile Brennstoffe bleiben Energieträger Nr. 1

Laut Opec-Prognose soll sich der Energiehunger der Welt bis 2040 um 96 Prozent erhöhen und damit fast verdoppeln. Das entspricht einem erwarteten jährlichen Wachstum von 1,2 Prozent. Trotz des starken Ausbaus der Erneuerbaren Energien rechnet die Ölorganisation dabei auch mit steigender Nachfrage nach Rohöl. Diese soll in den nächsten 22 Jahren um 0,6 Prozent pro Jahr steigen und bei Erdgas erwartet die Opec sogar ein jährliches Nachfrageplus von 3,6 Prozent. Und Umweltdebatten hin oder her: Der Anteil der fossilen Energieträger am gesamten Energieverbrauch soll nach Schätzung der Opec bis 2040 weltweit lediglich von 81 auf dann 75 Prozent zurückgehen.

Eine vergleichsweise beschleunigte Ölnachfrage erwarten die Experten der Organisation schon bald: Bis 2022 soll der weltweite Ölhunger nämlich von 95,4 auf 102,3 Millionen Barrel am Tag steigen. Das wäre ein jährliches Wachstum von etwa 1,2 Prozent. Danach, bis 2040, wird ein vergleichsweise langsamer Anstieg der Nachfrage auf 111,1 Millionen Barrel am Tag erwartet.

Mittelfristig orientierte Anleger setzen auf ein Partizipationszertifikat

Fazit: Kurzfristig könnte Öl nach oben ausbrechen. Mittel- bis langfristig steigt die Nachfrage, aber dabei gibt es auch hinsichtlich Ölfördermenge mehr oder weniger starke Schwankungsmöglichkeiten nach oben wie unten. Wer auf einen langfristigen Preisanstieg setzen will, greift zum Partizipationszertifikat auf Brent (ISIN: CH0363893816, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 1:1).

Anzeige