So ganz lässt sich die Ankündigung nicht einordnen: «Planetary Resources» heisst das Unternehmen, das gemäss Pressemitteilung am 24. April in Seattle vorgestellt werden soll. Worum es sich dabei handelt, ist unklar. «Man kann allerdings davon ausgehen, dass die Firma eine Form von Weltall-Bergbau im Sinn hat», mutmasst der österreichische «Kurier».

Die inhaltlich dünne Pressemitteilung kommt dennoch vollmundig daher: Es würden zwei «kritische Sektoren», die Erforschung des Weltalls und natürliche Ressourcen, miteinander verbunden. «Billionen von Dollar» sollen dabei herausspringen und der Wohlstand der Menschheit gesichert werden.

Ausbeutung von Asteroiden

«In internationalen Medien war prompt von der Ausbeutung von Asteroiden die Rede», so das deutsche Nachrichten-Magazin «Der Spiegel». Grund für diesen Rückschluss sei ein «Forbes»-Interview gewesen: «Seit meiner Kindheit will ich ein Asteroiden-Bergmann sein», wird Peter Diamandis zitiert.

Der Geschäftsführer der X-Prize Foundation ist nur einer von zahlreichen prominenten Namen, die als Berater und Geldgeber hinter «Planetary Resources» stehen sollen. Genannt werden auch Google-Gründer Larry Page, dessen ex-CEO Eric Schmidt, ex-Microsoft-Entwickler Charles Simonyi, ex-US-Präsidentschaftskandidat Ross Perot sowie mit Chris Lewicki ein früherer Manager eines Mars-Programms der US-Weltraumbehörde Nasa.

Zugegebenermassen Hollywood-Charakter erhält die Ankündigung von «Planetary Resources» mit der Nennung von James Cameron: Der «Titanic»-Regisseur steht unter anderem für Science-Fiction-Werke wie «Aliens» oder «Avatar».

Machbar, aber nicht wirtschaftlich

Immerhin: Das Ausbeuten von Asteroiden, die auf der Erde seltene und wertvolle Metalle enthalten, ist alles andere als utopisch. Zwar bezweifeln Experten, dass dies mit heutiger Technologie nicht wirtschaftlich sei - eine Machbarkeitsstudie des «Keck Institute for Space Studies» in Zusammenarbeit mit dem «California Institute of Technology» und dem «Jet Propulsion Laboratoy» kommt aber gemäss «Spiegel» zum Schluss, dass es zumindest möglich sei, «Asteroiden mit einer Masse von 500 Tonnen in eine Umlaufbahn um den Mond zu schleppen und dort auszubeuten.» 

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Einziges Manko: Dieses Geschäftsmodell, dessen Umsetzung frühestens auf das Jahr 2025 prognostiziert wird, würde alleine für das Einfangen und Abschleppen 2,6 Milliarden Dollar verschlingen.

(vst)