Die grafische Industrie der Schweiz verzeichnete im vergangenen Jahr mit einem Wertschöpfungswachstum von 0,2% eine deutlich schwächere Entwicklung als die meisten anderen Schweizer Branchen, deren Wertschöpfung sich um durchschnittlich 1,6% erhöhte.

Das insgesamt gerade noch positive Ergebnis ist allein auf die Entwicklung im 1. Halbjahr 2008 zurückzuführen. Angetrieben durch hohe Exportzuwächse im zweistelligen Bereich und eine robuste Binnennachfrage konnte die reale Bruttowertschöpfung der grafischen Industrie während der ersten sechs Monate 2008 im Vorjahresvergleich um durchschnittlich 2,6% ausgeweitet werden.

Im Verlauf des 2. Halbjahres machte sich hingegen die internationale Finanzkrise zunehmend bemerkbar. Nach einem Minus von 0,7% im 3. Quartal 2008 lag die reale Bruttowertschöpfung der grafischen Industrie im 4. Quartal bereits um 3,8 % unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes. Die negativen Impulse gingen vor allem von der Binnennachfrage aus.

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Schwaches 1. Quartal 2009

Die grafische Industrie der Schweiz hat die negativen realwirtschaftlichen Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im 2009 besonders hart zu spüren bekommen. Gemäss dem Viscom-Index ist die reale Bruttowertschöpfung im 1. Quartal 2009 im Vorjahresvergleich um 9,3% zurückgegangen.

Ein klar negativer Impuls ging im 1. Quartal 2009 erwartungsgemäss von der durch die Werbebranche induzierten Nachfrage grafischer Erzeugnisse aus. Aber auch aus anderen wichtigen binnenwirtschaftlichen Nachfragebranchen, wie etwa dem Schweizer Handel, hat die Nachfrage im Zuge des rezessiven gesamtwirtschaftlichen Umfeldes bereits empfindlich nachgelassen.

Die negativen Effekte der nachlassenden Binnennachfrage wurden im 1. Quartal 2009 durch die ebenfalls klar rückläufigen Exporte grafischer Erzeugnisse verstärkt. So stellen die gegenwärtigen Entwicklungen auch für die ausländischen Nachfrager grafischer Erzeugnisse eine erhebliche Belastung dar.

Die im 1. Quartal 2009 markant rückläufige Produktion grafischer Erzeugnisse wird auch durch den ausgeprägten Abwärtstrend bei den Importen von Vorleistungsgütern, insbesondere Papier, bestätigt.

Impulsprogramm lanciert

Der Arbeitgeberverband der grafischen Industrie Viscom hat seine Verbandsleistungen mit der Branchenlösung «Klimaneutrales Drucken», dem Benchmark zu den Betriebskennzahlen und dem Branchenlabel gezielt ausgebaut. Ein neuer Gesamtarbeitsvertrag wurde von den Mitgliedern Ende Januar 2009 anlässlich der Urabstimmung gutgeheissen und ist rückwirkend auf den 1. Januar 2009 in einem äusserst schwierigen konjunkturellen Umfeld in Kraft getreten. Die eingetrübte Konjunkturlage veranlasste den Branchenverband, ein Impulsprogramm auf die Beine zu stellen, das die Branchenkonjunktur stärken, den laufenden Strukturanpassungsprozess begleiten und das nachhaltige Branchenwachstum stimulieren soll.