Ein herber Rückschlag für einen neues Alzheimer-Medikament des US-Pharmakonzerns Eli Lilly hat am Mittwoch die Anteile des Schweizer Rivalen Roche auf Talfahrt geschickt. Die Genussscheine des Arzneimittelherstellers aus Basel sanken um 1,4 Prozent auf 220,50 Franken.

Roche gehörte damit zu den schwächsten europäischen Gesundheitswerten und stand an der Spitze der Verlierer der Schweizer Bluechips. Die Aktien von Eli Lilly sackten im vorbörslichen Handel in New York 13 Prozent ab.

Ziel verfehlt

Das von dem US-Konzern entwickelte Medikament Solanezumab konnte in einem grossangelegten klinischen Versuch den Wahrnehmungsverlust von Patienten, die an einer milden Form von Alzheimer leiden, nicht verlangsamen. Das Mittel verfehlte damit das Hauptziel der Studie und Eli Lilly strebt nach eigenen Angaben nicht länger eine Zulassung von Solanezumab für dieses Indikation an. Manche Analysten hatten dem Präparat mehr als fünf Milliarden Dollar Jahresumsatz zugetraut.

Roche forscht an zwei Alzheimer-Medikamenten, die auf den gleichen Wirkmechanismus setzen, wie die Arznei von Eli Lilly. Unter die Räder kamen auch Anteile von anderen Firmen, die an Alzheimer-Therapien forschen, etwa Biogen, Merck und Axovant Sciences. Die Aktien der jüngst an die US-Technologiebörse Nasdaq gegangenen Schweizer Firma AC Immune sackten um gut ein Fünftel ab.

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(reuters/ise/gku)