Yandex – nicht wirklich ein Begriff in Westeuropa. Dahinter verbirgt sich die beliebteste Suchmaschine Russlands. Und die dürfte jetzt auch an Bekanntheit gewinnen: Dem Unternehmen gelang der grösste Börsengang der Branche, seit Google vor sieben Jahren an der Wall Street startete. 1,3 Milliarden Dollar sammelte der Konzern an der New Yorker Börse ein.

Im Sog der Euphorie um den Börsengang des Business-Netzwerkes LinkedIn in der vergangenen Woche sind auch die Erwartungen an das „russische Google“ dementsprechend hoch.

Kommt die nächste Internetblase?

Die Ängste vor der nächsten Internetblase aber bleiben: Der Nachfrageboom erinnert ein bisschen zu sehr an das jähe Ende des Höhenflugs der Branchenwerte vor zehn Jahren an der US-Börse Nasdaq. Unabhängig von Gewinnen erzielen junge Internetfirmen wieder Bewertungen in Milliardenhöhe.

Der aktuelle Hype beschert den Yandex-Eigentümern deutlich mehr Gewinne als erwartet: Rund 20 Prozent mehr spült ihnen der Boom in die Tasche. Neben den Mitnahmeeffekten des furiosen LinkedIn-Börsengangs profitiert Yandex aber auch von den vielversprechenden Aussichten am wachsenden Internetmarkt Russlands.

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Der Ausgabepreis von 25 Dollar wurde von Yandex inzwischen bestätigt. Ursprünglich hatte der russische Konzern lediglich 20 bis 22 Dollar angepeilt.

"Google von Russland"

Das „Google von Russland“ kommt bei Suchanfragen auf einen Marktanteil von fast zwei Dritteln – damit hängt Yandex Google locker ab, der Marktanteil ist drei mal grösser als der des US-Konzerns in Russland. Im vergangenen Jahr erzielte die 1997 gegründete Firma einen Ergebnissprung von 90 Prozent auf 135 Millionen Dollar bei einem Umsatzanstieg von über 40 Prozent auf 445 Millionen Dollar.

Die Bewertung von Yandex liegt bei dem 18-fachen Wert der Umsätze. LinkedIn kommt sogar auf eine Bewertung des 34-fachen Umsatzes, während Google-Papiere nur noch weniger als das Sechsfache der Umsätze des Jahres 2010 wert sind.

(laf/tno/sda/awp)