Wegen sinkender Ölpreise ist der russische Rubel auf einen historischen Tiefstand gefallen. An der Börse in Moskau mussten zeitweise 81,49 Rubel für einen US-Dollar gezahlt werden. Trotzdem sah die russische Zentralbank zunächst keinen Grund zum Eingreifen. Die finanzielle Stabilität sei nicht gefährdet, sagte Zentralbankchefin Elvira Nabiullina der Agentur Bloomberg.

Auch zum Franken sackte der Rubel auf einen Börsenkurs von fast 82 ab – Rekord. Zum Euro notierte die russische Währung bei 88. Das lag aber immer noch unter dem Tiefstand von 100 Rubel je Euro von Dezember 2014.

Nachbesserung am Antikrisenprogramm

Die Regierung werde ihr Antikrisenprogramm angesichts der Entwicklung anpassen, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew, nannte aber keine Einzelheiten. Die russische Währung war bereits Ende Dezember abgerutscht und hat allein seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent zum Dollar nachgegeben.

Die Ölpreise waren am Mittwoch erneut abgerutscht. Die russische Wirtschaft ist stark von den Einnahmen aus Ölexporten abhängig. Seit Monaten leidet Russland unter den niedrigen Ölpreisen. Erschwerend hinzu kommen Sanktionen gegen die russische Wirtschaft im Zuge des Konflikts in der Ukraine.

Konkurrenzfähigkeit verloren

Deshalb hat sich die Diskussion über Russlands Wirtschaftskurs in den vergangenen Tagen verschärft. Der Chef der russischen Sberbank, German Gref, sagte, das Land habe seine Konkurrenzfähigkeit verloren und die Loslösung von der Rohstoffwirtschaft verpasst.

Sergej Glasjew, ein konservativer Berater von Präsident Wladimir Putin, kritisierte die Zentralbank. Saudi-Arabien, der Iran oder Norwegen seien noch abhängiger vom Öl. «Und trotzdem macht bei ihnen der Kurs nicht solche Sprünge», sagte er der Agentur Tass.

(awp/ise/mbü)