Saudi-Arabien will mit Reformen mehr ausländische Investoren an seine Börse locken. Die Kapitalmarktbehörde CMA kündigte am Dienstag an, einige Begrenzungen für ausländischen Besitz zu lockern und andere ganz zu streichen.

So sollen nicht-saudische Investoren bis zu zehn Prozent statt bislang bis zu fünf Prozent an Unternehmen halten dürfen. Auch Universitätsstiftungen erhalten Zugang.

Wenig Interesse

Saudi-Arabien hatte im Juni die Börse in Riad für Ausländer geöffnet. Das Interesse blieb jedoch überschaubar: Weniger als ein Prozent des Marktes von 408 Milliarden Dollar ist bislang in ausländischen Händen.

Zwar zeigten sich Experten erfreut über die Ankündigung. Die Börse selbst tendierte allerdings im Minus. Ein Grund könnte der Zeitrahmen für die Reformen sein: Der CMA zufolge soll erst Mitte 2017 angekündigt werden, wann die Neuerungen in Kraft treten.

Ölkonzern soll an die Börse

Das streng-muslimische Königreich leidet unter dem niedrigen Ölpreis. Der weltgrösste Ölproduzent hat deswegen einen umfassenden Umbau seiner Wirtschaft in Angriff genommen, um die Abhängigkeit vom Energiesektor zu verringern.

Ein zentraler Schritt ist dabei der geplante Börsengang des staatlichen Energiekonzerns Aramco. Das Unternehmen soll mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet werden, was ein Rekord wäre. Die neuen Börsenreformen könnten dies erleichtern.

Zwei Drittel arbeiten für den Staat

Arbeitsminister Mufredsch al-Hakbani kündigte am Dienstag zudem weitere Reformen an, um insbesondere Jobs für Einheimische zu schaffen. Zwei Drittel der Saudis arbeiten für den Staat, während viele der gefährlichen und anstrengenden Arbeiten von den zehn Millionen Ausländern im Land erledigt werden.

(sda/cfr/mbü)