Saudi-Arabien hat internationale und inländische Flüge auf sieben Flughäfen im Süden des Landes ausgesetzt. Betroffen seien unter anderem die Airports Dschisan, Abha und Wadi al-Dawaser, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Sie gab keinen Grund für die Schliessung an.

Kurz zuvor hatte Saudi-Arabien Luftangriffe auf den Nachbarstaat Jemen begonnen, um dort die schiitischen Huthi-Rebellen zurückzudrängen.

Luftangriffe in der Nacht

In der Nacht hatte das mehrheitlich sunnitische Saudi-Arabien Luftangriffe gegen die Huthi geflogen. Es gehe darum, gemeinsam mit den Verbündeten der Golf-Region die legitime Regierung Hadis zu verteidigen, sagte der saudiarabische Botschafter in den USA, Adel al-Dschubeir.

An den Angriffen beteiligte sich auch Jordanien, wie es in Regierungskreisen in Amman hiess. Der Sudan erklärte, auch sein Militär habe sich der Allianz angeschlossen. Im Jemen wurden alle grossen Seehäfen wegen des Konflikts geschlossen. Das verlautete am Donnerstag aus Schifffahrtskreisen. 

Ölpreise steigen 

Die Ölpreise stiegen am Donnerstag den zweiten Tag in Folge deutlich. Der Konflikt in der ölreichen Golfregion zwischen den Huthi-Rebellen im Jemen und einer von Saudi-Arabien angeführten sunnitischen Allianz sorgte für den Preissprung. Am Morgen kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 59,34 US-Dollar und damit 2,86 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,71 Dollar auf 51,96 Dollar.

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Der wichtige Ölproduzent Saudi-Arabien hatte am Vortag begonnen, Stellungen der Huthi-Rebellen sowie die jemenitische Haupstadt Sanaa zu bombardieren. Die schiitischen Rebellen hatten in dem Land zuletzt militärische Erfolge erzielt. Das sunnitische Saudi-Arabien verdächtigt mit dem Iran seinen regionalen Rivalen der Unterstützung der Rebellen. Saudi-Arabien hat Truppen an der Grenze zum Jemen zusammengezogen und neun weitere sunnitische Staaten zu einer Allianz zusammengeführt.

Angst vor Eskalation

Die Ölmärkte sorgen sich darum, dass der Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien, dessen Hauptschauplätze bisher der Irak und Syrien waren, mitten in der wichtigsten Ölregion der Welt weiter eskaliert. Der Jemen grenzt zudem an den südlichen Zugang zum Roten Meer an und damit an ein Nadelöhr der weltweiten Ölschifffahrt.

(reuters/awp/tno/ama)