Die Wirtschaft am Persischen Golf boomt und zieht internationale Aktienanleger zu Märkten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Katar. Saudi-Arabien ist in dieser Region das Schwergewicht. Mit einem Marktwert von einer halben Billion Dollar rivalisiert die saudi-arabische Börse mit denen von Mexiko und Singapur. Der Haken daran ist, dass der Aktienhandel für Ausländer – ausser aus den fünf Staaten am Persischen Golf – offiziell verboten ist.

In der Realität gibt es jedoch Schlupflöcher in den Bestimmungen. Auch wird erwartet, dass der Markt in ein oder zwei Jahren vollständig für Ausländer geöffnet wird. «Es gibt eine lange Schlange ausländischer Investoren, die darauf warten», sagt Slim Feriani, CIO bei Progressive Developing Markets. Ein 100-Mio-Dollar-Fonds der Firma investiert indirekt in Saudi-Arabien über einheimische Manager und hält Aktien von Saudi Basic Industries sowie SABIC, einem der grössten petrochemischen Konzerne der Welt.

Achtung vor Achterbahnfahrt

Das Interesse an Saudi-Arabien «breitet sich geometrisch aus», sagt Ammar Al-Khudairy, CEO von Amwal Al Khaleej, einer Private-Equity-Firma in Riad. Anleger sollten sich jedoch auf eine Achterbahnfahrt einstellen: Von 2004 bis 2006 stiegen die Aktien rapide, ehe sie innerhalb weniger Monate die Hälfte ihres Werts verloren. Aktuell hat die Saudi-Börse ein KGV von 15, Anfang 2006 lag es bei 60. Saudi-Arabien «wird auf lange Sicht sehr wichtig sein», meint Oliver Bell, Portfoliomanager bei Pictet Asset Management.

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SABIC ist für fast ein Viertel des Marktwerts der Börse verantwortlich. Beliebt bei Anlegern sind auch Telekomkonzerne wie Saudi Telecom und Zain. Auch der Finanzsektor zieht immer mehr Investments an, die grösste Holding ist Al Rajhi Bank. Anleger sollten jedoch vorsichtig sein: Der Markt ist bekannt für Insiderhandel und fragwürdige Listings. «Das ist klassisch für einen Schwellenmarkt», sagt Terrence Gray von DWS Scudder.