Seit Monaten mehren sich die schlechten Nachrichten aus der Maschinenbauindustrie. Dennoch scheint das Schlimmste nicht überstanden zu sein. «Unsere Prognosen waren zurückhaltend, doch die Zahlen zu den ersten Monaten 2009 sind noch schlechter ausgefallen, als von uns erwartet», sagt Fabian Haecki, Analyst bei der Bank Vontobel. Der Nachfrageeinbruch im 4. Quartal 2008 sei abrupt erfolgt und gleiche einer Vollbremsung auf einer Autobahn mit Massenkarambolage. «Als zuverlässiger Indikator für den Zustand der Maschinen- und Anlagenbauer galt in den letzten Jahren die Komax-Gruppe», erklärt Haecki. «Nun hat die Firma aber eingeräumt, dass der prognostizierte Rückgang um 30% im laufenden Jahr wohl eher noch zu optimistisch sei», zeigt der Vontobel-Analyst den Ernst der Lage auf.

Tatsächlich musste Komax jüngst einen Gewinneinbruch um fast 30% auf 23,2 Mio Fr. 2008 ausweisen. Insbesondere das Kabelverarbeitungsgeschäft, das 49% des Umsatzes ausmacht, verzeichnete aufgrund der starken Abhängigkeit von der Automobilindustrie einen Einbruch. Für das laufende Jahr will sich das Management auf keine Prognose einlassen. Nachdem die Firma 2009 bereits Kurzarbeit eingeführt hat, sieht sie sich nun gezwungen, 60 Stellen abzubauen. «Dennoch bereitet die Kostenseite bei Komax Sorgen», sagt Haecki. Schliesslich sei es kaum möglich, diese im Gleichschritt mit dem markanten Umsatzeinbruch zu senken.

Diversifizierteres Portefeuille

Positiv ist, dass Komax in den vergangenen Jahren seine Abhängigkeit vom Automobilsektor reduziert und die Bereiche Medizinaltechnik und Photovoltaik ausgebaut hat. «Die Bestrebungen, ein diversifizierteres Portefeuille zu haben, tragen erste Früchte», schreibt Richard Frei von der Zürcher Kantonalbank. Die schwindende Abhängigkeit von der Automobilindustrie könne sich 2009 leicht stützend auswirken. Trotz einer deutlich reduzierten Gewinnschätzung sieht er noch immer ein Potenzial von mehr als 15% für die Aktien. Frei sieht viel Negatives bereits im Kurs eskomptiert und hält wegen der Diversifikation an der Einstufung «Übergewichten» fest. Weniger optimistisch sind die Analysten von Vontobel und Helvea, die Komax zwar für eine Erholung gerüstet sehen, diese aber nicht in Kürze erwarten. Sie setzen die Titel auf «Halten».

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Schlatter über Erwartungen

Das Jahresergebnis des Schweissmaschinenbauers Schlatter ist mit einem Betriebsergebnis von 10,2 Mio Fr. und einem Gewinn von 6,3 Mio Fr. besser ausgefallen, als von den Analysten erwartet. Widerstandsfähig zeigte sich vor allem das Segment Weben, das von Grossprojekten aus dem 1. Semester 2008 profitierte. Doch auch hier sind die Aufträge gegenüber dem Vorjahr um 51% auf 89,9 Mio Fr. gefallen. Der derzeitige Auftragsbestand sollte zwar ausreichen, um die Kapazitäten in den ersten Monaten des Jahres auszulasten. «Wir fürchten jedoch, dass der Umsatz einbrechen wird, falls in den kommenden Monaten keine nennenswerten Neuaufträge abgeschlossen werden», schreibt Vontobel-Analyst Patrick Rafaisz. Aufgrund eines Bewertungsaufschlags gegenüber den Mitanbietern bestätigt er seine Verkaufsempfehlung.

Am 3. April präsentiert StarragHeckert das Zahlenset 2008. Überraschungen sind keine zu erwarten, hat doch der Fräsmaschinenhersteller Anfang März die wichtigsten Eckwerte bekannt gegeben. 2008 wurde ein Rekordergebnis erarbeitet, mit einem Gewinnplus von 39% auf 25 Mio Fr. Ebenfalls erfreulich entwickelte sich die Auftragslage, die vor allem wegen der Nachfrage aus der Luftfahrtindustrie gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessert wurde. Doch auch bei StarragHeckert zeigt sich ein Nachfragerückgang im 4. Quartal 2008. «Die Firma ist ein ausgesprochener Spätzykliker. Der Nachfrageeinbruch wird auch sie treffen, einfach mit Verzögerung», ist Vontobel-Analyst Haecki überzeugt. StarragHeckert bleibe aber mehr Zeit, um auf die Nachfrageschwäche zu reagieren.