Am 18. Dezember ist der letzte grosse Verfalltag von Derivaten in diesem Jahr. Gut zwei Wochen später werden viele Anleger und Vermögensverwalter ihre Bücher schliessen und die Jahresabrechnung vornehmen. Nur die wenigsten dürften 2009 ein glückliches Händchen gehabt haben und halbwegs rechtzeitig auf den sich ab Mitte März immer rascher beschleunigenden Börsenzug aufgesprungen sein.

Volatilität gibt den Ausschlag

Mit der Erholung an der Börse setzte eine Normalisierung an den Finanzmärkten ein. Für Derivateanleger macht sich dies in erster Linie in Form einer deutlich tieferen Volatilität bemerkbar. Die erwartete Schwankungsbreite ist, gemessen am VSMI, der die Volatilität der SMI-Optionen abbildet, in den letzten zwölf Monaten von 75 auf 17% zurückgegangen.

Damit «verbilligen» sich einerseits Call- und Put-Warrants, weil die Volatilität hier - im Gegensatz zu Mini-Futures - eine wichtige Komponente der Preisberechnung bildet. Und bei Anlageprodukten sind vor allem die Reverse Convertibles, Discounter und Bonus-Produkte von Schwankungen bei der Volatilität betroffen. Hier gilt aus Anlegersicht: Je höher die Volatilität, desto höher die Coupons.

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Zum Emissionszeitpunkt bedeutet dies aber oft auch ein vom Markt höher eingeschätztes Risiko. Zudem greifen, wenn das Weltfinanzsystem zu kollabieren droht, die wenigsten Anleger beherzt zu. Solche Produkte haben oft Laufzeiten von bis zu einem Jahr.

Aus diesem Grund sind derzeit etliche Anlageprodukte, die im unruhigen 4. Quartal 2008 oder in den ersten Monaten des laufenden Jahres emittiert worden waren, auf dem Sekundärmarkt zu attraktiven Konditionen erhältlich. Laut Daniel Manser, Derivatespezialist bei Derivative Partners, können die attraktivsten Produkte auf der Basis der liquidesten einzelnen Basiswerte und der meistgehandelten Produkte der letzten fünf Tage ermittelt werden. «Damit haben wir Gewähr, nur Produkte in der Liste zu haben, für die eine grosse Nachfrage besteht und die daher als ‹attraktiv› bezeichnet werden können», sagt Manser.

Courtage mit Hebel

Ein Beispiel ist der Discounter BSDAO auf die Aktie des Düngermittelkonzerns K+S. Hier winken bis Dezember 7,1% Rendite bzw. auf Jahresbasis hoch gerechnet 42%, wenn die Aktie an oder über dem Strike von 41.22 Euro schliesst. Liegt der Kurs darunter, wird die Aktie geliefert. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 41 Euro.

Ein weiteres Beispiel ist der Reverse Convertible VON9ND auf die Veolia Environnement-Aktie. Auch hier ist die Rendite bis Verfall mit 3,4% optisch tief. Weil dieses Produkt aber ebenfalls im Dezember verfällt, liegt eine Maximalrendite bis 22% drin, wenn die Barriere bei 17.77 Euro nicht verletzt wird. Die Aktie selber notiert bei 23 Euro.

Es gibt auch einige Fälle, bei denen die Barrieren vor einem Kursschub fixiert wurden. Beim Reverse Convertible VON9VA auf die Apple-Aktie liegt sie bei 129.51 Dollar - der Aktienkurse selber steht aber schon 15% höher als am Ausgabetag im September. Natürlich steigt dadurch auch der Kurs des Produktes, der inzwischen bei 1027 Dollar liegt. Per Verfall im Oktober 2010 errechnet sich eine Rendite um 8,5%.

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Bei diesen Bruttorenditen sind allerdings noch die Gebühren und Courtagen zu berücksichtigen. Diese machen sich - je nach Handelsplattform - ebenfalls mit einem «Hebeleffekt» bemerkbar.