Die Schweizer Wirtschaft kann sich dem Abschwung der Weltwirtschaft nicht entziehen. Die wichtisten Handelspartner sind bereits in der Rezession oder stehen kurz davor. Mit zunehmender Dauer wird sich der Abschwung vom Exportsektor auf die Binnenkonjunktur übertragen.

Scharfe Abschwungphase

Mit einem Exportanteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) von etwa 55% ist die Schweizer Wirtschaft in hohem Masse vom internationalen Konjunkturverlauf abhängig. Insbesondere der europäische Wirtschaftsraum nimmt dabei eine herausragende Stellung ein, da etwa 60% aller schweizerischen Exporte in diese Region gehen. Derzeit befindet sich die Weltwirtschaft mitten in einer scharfen Abschwungphase. Hinzu kommt, dass die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zusätzlich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Exporteure verschlechtert. Davon betroffen sein werden vor allem die stark exportorientierten Branchen wie die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie.

Die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten wird also unweigerlich spürbar nachlassen. Sinkende Auftragseingänge bedeuten rückläufige Kapazitätsauslastungen und weniger Arbeitsbedarf in der Zukunft. Dies wird sich bei den Ausrüstungsinvestitionen und auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen.

Vergleicht man die Verfassung der Schweizer Wirtschaft mit denen anderer Länder wie etwa der USA oder Grossbritanniens, so fällt auf, dass es in den letzten Jahren nur wenige Übertreibungen gegeben hat, die jetzt korrigiert werden müssten. Namentlich der Schweizer Immobilienmarkt zeigt bis auf wenige regionale Ausnahmen keinerlei Überhitzungserscheinungen. Hinzu kommt, dass die finanzielle Lage der Haushalte äusserst solide ist. Steigende Beschäftigung und Reallohnerhöhungen haben dazu beigetragen. Zudem ist die Sparquote in den vergangenen Jahren tendenziell gestiegen.

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Entsprechend ist keine Überschuldung der privaten Haushalte festzustellen. Dies dürfte den Privatkonsum stützen und damit helfen, den konjunkturellen Abschwung etwas abzufedern.

Wirtschaftsleistung schrumpft

Eine Rezession in der Schweiz ist trotzdem unausweichlich. Im gesamten laufenden Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung schrumpfen und auch danach dürfte die Erholung nur äusserst zaghaft einsetzen. Die Vergangenheit hat nicht nur in der Schweiz gezeigt, dass Immobilienmarktprobleme über mehrere Jahre hinweg die Wirtschaft eines Landes belasten können. Davon betroffen sind derzeit insbesondere Länder wie die USA, Grossbritannien oder Spanien. Hinzu kommt, dass in vielen Ländern die Haushalte überschuldet sind und die Bereinigung dessen ebenfalls sehr langwierig sein kann.

4 Prozent Arbeitslosenquote

Dies sind nur zwei der Gründe, warum in der Weltwirtschaft keine schnelle Erholung einsetzen wird. Dies wird den Aussenhandel selbst im Jahr 2010 noch belasten. Hinzu kommt, dass der gegenwärtige Abschwung für viele Firmen überraschend schnell eingesetzt hat. In vielen Branchen wurde noch bis in den Herbst hinein die Belegschaft ausgeweitet, wodurch zum Teil Überkapazitäten aufgebaut wurden.

Sobald sich die Ansicht durchsetzt, dass der gegenwärtige Abschwung kein kurzlebiger ist, wird dies zu einem spürbaren Arbeitsplatzabbau führen. Die Arbeitslosenquote dürfte daher gegen Jahresende auf deutlich über 4% klettern und auch 2010 weiter steigen.