Mitte Mai hat Schaffner, der Hersteller von Komponenten zur Prüfung von elektromagnetischer Verträglichkeit, seine 1.-Semester-Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 präsentiert. Ein schwächerer Bruttogewinn sowie Einmalkosten in der Höhe von 5 Mio Fr. für Restrukturierungsaufwendungen, Lagerbewertungen und negative Währungseinflüsse haben dabei zu einem Verlust von 8,8 Mio Fr. geführt. «Trotz der Bodenbildung auf tiefem Niveau beim Auftragseingang im April wird Schaffner auch im 2. Halbjahr einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen müssen», schreibt Richard Frei, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Angesichts der Kostensparmassnahmen geht er im 2. Halbjahr allerdings von einem operativ ausgeglichenen Resultat aus. Dennoch hat die ZKB die Gewinnziele nach unten korrigiert und erwartet einen höheren Verlust.

Zurückhaltend ist auch Vontobel-Analyst Andreas Escher: «Bis sich die Prognosesicherheit verbessert und die Auswirkungen der Rezession besser eingeschätzt werden können, empfehlen wir den Anlegern eine abwartende Haltung.»

Lem: Krise früher erkannt

Zuversichtlicher ist Escher dagegen bei Lem. Der Komponentenhersteller aus Genf präsentiert sein Ergebnis für das Geschäftsjahr 2008/09 am 4. Juni. «Lem hat die Krise viel früher erkannt und entsprechende Kostensenkungsmassnahmen getroffen», sagt Escher. Der Vontobel-Analyst erwartet deshalb, dass das Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen dürfte. Wie bei Schaffner ist allerdings auch bei Lem die Visibilität nach wie vor sehr gering und auf wenige Monate beschränkt. Die Ausrichtung auf die festeren Märkte Energie und Bahntechnik, neben den angeschlagenen Bereichen Automobil und Industrie, dürfte für das Unternehmen zudem stabilisierend wirken.

Die trotz den schwierigen Rahmenbedingungen insgesamt positiven Einschätzungen der Anleger widerspiegeln sich im Aktienkurs des Komponentenherstellers: Seit Anfang 2009 sind die Titel um fast 70% auf 223 Fr. gestiegen.

Gavazzi: Fokussierung positiv

Am 23. Juni legt schliesslich die Elektronikgruppe Carlo Gavazzi ihr Jahresergebnis 2008/09 vor. Nachdem das Unternehmen Ende März den Verkauf der Sparte Computing Solutions bekannt gegeben hat, kann es sich nun voll auf den Bereich Automation Components fokussieren, der ab 8. Juni vom neuen CEO Vittorio Rossi geführt wird. «Der Zeitpunkt für den seit längerem geplanten Verkauf von Computing Solutions mitten in der Krise hat schon überrascht, erklärt Escher. Der Schritt sei jedoch zu begrüssen, da sich Gavazzi damit auf das margenstärkere und zukunftsträchtigere Kerngeschäft konzentrieren könne.

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Ansonsten dürfte der Verkauf auf das operative Jahresergebnis von Gavazzi keinen Einfluss haben. Der Gewinn wird durch einen Goodwill-Abschreiber von 4,7 Mio Dollar dagegen negativ beeinflusst. Während die ZKB Gavazzi zum Kauf empfiehlt, setzt Vontobel die Titel auf «Halten».