Die Konsumenten lassen sich das Weihnachtsfest nicht vermiesen ? weder durch die Verunsicherung an den Aktienmärkten, noch durch die gedämpfteren Konjunkturaussichten. «In der Schweiz läuft das Weihnachtsgeschäft noch besser als im Vorjahr und es wird mehr Geld ausgegeben», hat ClaridenLeu-Analystin Beatrice Kunz festgestellt. Etwas verhaltener fallen die Meldungen aus den USA aus. «Die Stimmung ist von Rezessionsängsten geprägt», weiss Claudia Lenz, Analystin bei der Bank Vontobel. Trotzdem wird auch dort, insbesondere nachdem die Retailer die Preise reduziert haben, ein ansprechendes Weihnachtsgeschäft erwartet.

Luxusgüter sind gefragt

Dies ist frohe Kunde für Firmen, die besonders stark vom Weihnachtsgeschäft profitieren. Und indirekt auch für deren Aktionäre. Denn nachdem die Erwartungen in den vergangenen Monaten deutlich zurückgekommen sind, können die Firmen nun wieder positiv überraschen.«Swatch hat im letzten Monat zu Unrecht stark korrigiert», ist Kunz überzeugt. Schliesslich sei das Unternehmen auf Europa und Asien ausgerichtet, wo das Geschäft auf vollen Touren laufe. In den für die Uhrenbranche wichtigen Monaten Oktober und November dürfte das Unternehmen denn auch vielversprechende Zahlen erreichen. «Die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr ist zwar hoch, und aufgrund der Engpässe in der Branche könnte eine Verlangsamung eintreten. Trotzdem erscheinen Swatch und Richemont sehr attraktiv», sagt Lenz. Innerhalb der Luxusgüterindustrie verfügt auch Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) über Potenzial. «Gegenüber Bulgari oder Hermes überzeugt LVMH vor allem wegen seiner breiten Diversifizierung», so Kunz.Neben Luxusgütern zählen die Schokoladenproduzenten zu den klassischen Weihnachtsaktien, da sie die höchsten Umsätze von Weihnachten bis Ostern erzielen. Nachdem sowohl die Titel von Lindt & Sprüngli als auch von Barry Callebaut in diesem Jahr bereits eine erfreuliche Performance erzielt haben, erscheint das Potenzial zurzeit allerdings begrenzt.

Ratatouille verspricht Erfolg

Einen festen Platz unter dem Christbaum haben in den vergangenen Jahren Geschenke aus der Unterhaltungselektronik gefunden. Aus Schweizer Sicht interessiert hierbei vor allem Logitech. Doch auch bei Logitech kommt die Fantasie eher aus der Zusammenarbeit mit dem Internet-Telefonie-Anbieter Skype als aus dem aktuellen Weihnachtsgeschäft.Spannender dürfte diesbezüglich die weniger bekannte THQ sein. Der amerikanische Konzern ist ein weltweit operierender Entwickler und Publisher von interaktiver Unterhaltungs-Software. Dabei beliefert das Unternehmen sämtliche Spielkonsolenhersteller. «THQ stellt Spiele zu Zeichentrickfilmen her und verfügt über die Lizenzen zur Vermarktung der Pixar-Produktionen», erklärt Thomas Liebi, Analyst bei ClaridenLeu. Angesichts des grossen Erfolges, den der Pixar-Streifen «Ratatouille» erzielt, rechnet er dem dazugehörigen Computerspiel ebenfalls hohe Chancen zu. «Da der Geschäftsgang von THQ vom Erfolg einzelner Spiele abhängt, und der Aktienkurs nach einem schwächeren Quartalsergebnis zurückgekommen ist, könnte sich hier eine positive Überraschung ergeben», erwartet Liebi.

Anzeige