Die Schweizer Börse hat am Montag mit Rückenwind vom Devisenmarkt fester geschlossen. Der Anstieg von Dollar und Euro zum Franken ermutigte die Anleger zu Käufen, denn eine schwächere Landeswährung macht die Waren von Schweizer Firmen im Ausland günstiger und damit konkurrenzfähiger. Nach Ansicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist der Franken weiterhin stark überbewertet und sie denkt über weitere Eingriffe zur Schwächung des Franken nach.

Der Leitindex SMI schloss um 1,09 Prozent höher mit 9510,78 Zählern und nahm damit Kurs auf das Rekordhoch von 9548 Zählern aus dem Jahr 2007.

Hoffnung aus China

Die Anleger setzen zudem darauf, dass die chinesische Zentralbank die Geldpolitik weiter lockert und einer Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung entgegensteuert.

Für einen Dämpfer sorgte die Ungewissheit über den Zeitpunkt der Zinswende in den USA. Am Freitag brachte die US-Jobstatistik nicht die erhoffte Klarheit, ob die Fed die Zinsen bereits im September anhebt oder noch bis Dezember zuwartet. Höhere Zinsen würden dem Dollar weiteren Auftrieb geben mit der Gefahr, dass die Gewinne der US-Firmen die Erwartungen der Analysten verfehlen.

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Starke Bluechips

Alle 20 Bluechips notierten fester. Tagessieger sind die Papiere von Transocean. Die Aktien der Ölplattform-Firma rückten im Sog der etwas höheren Ölpreise 2,9 Prozent vor.

Die Aktien von Zurich Insurance stiegen um 1,6 Prozent. Die Titel des Versicherungskonzerns waren nach der Veröffentlichung des Halbjahresberichts unter Druck geraten. Europas fünftgrösster Versicherungskonzern prüft die Übernahme des britischen Konkurrenten RSA Insurance, will dabei aber diszipliniert bleiben.

Zuversicht vor Nestlé-Zahlen

Auch die Aktien von Actelion setzten nach den jüngsten Einbussen zu einer Erholung an und zogen 1,6 Prozent an. Der Biotech-Wert hatte in der Vorwoche wegen Gewinnmitnahmen deutlich an Wert verloren.

Die Anteile der beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche stiegen um 1,5 und 1,3 Prozent. Die Titel von Nestlé wurden um 0,6 Prozent höher gehandelt. Der weltgrösste Lebensmittel-Produzent will am Donnerstag den Halbjahresbericht veröffentlichen.

Plus bei den Banken

Bei den Finanzwerten waren Credit Suisse ein Prozent höher und UBS gewannen 1,2 Prozent.

Auch Anteile zyklischer Firmen waren gefragt. Die Aktien von Adecco stiegen am Tag vor dem Quartalsbericht um 0,55 Prozent. Die Titel der Sanitärtechnik-Firma Geberit, deren Quartalsbericht am Mittwoch erwartet wird, stiegen um knapp ein Prozent.

Minus bei Sulzer

Am breiten Markt rückten die Aktien von Meyer Burger 3,6 Prozent vor. Die Photovoltaik-Firma EcoSolifer hat bei dem Unternehmen Solarmodul-Produktionsanlagen für rund 29 Millionen Franken bestellt. Damit müsste es Meyer Burger gelingen die Gewinnschwelle zu erreichen, sagten Händler.

Sulzer waren um 0,2 Prozent schwächer. Konzernchef Klaus Stahlmann verlässt den Industriekonzern nach dreieinhalb Jahren überraschend.

(reuters/ise/me)

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