Auch Währungen sind dieser Tage starken Schwankungen unterworfen: Mitte letzter Woche schoss der Euro gegenüber dem Dollar innert zweier Tage um 6 Cent, etwa 4,5%, nach oben und festigte sich bei 1.37. Etwa gleich gross waren die Veränderungen beim Dollar-Franken-Kurs.

Sprünge nach Notenbankaktion

Noch viel stärker reagierten Währungs-Warrants. USDHR, ein Put-Warrant auf dieses Währungspaar, legte bei hohem Volumen von 3 auf 31 Rp. zu. Das entspricht einem Anstieg von 1550%. Kaum weniger, 1400%, sprang USDXL, ebenfalls ein Put, nach oben und auch USDXN, ein weiterer Franken-Dollar-Put, verteuerte sich um 830%. Etwas geringer waren die Ausschläge bei Euro-Dollar-Scheinen. EURNF kam auf 412% und EURMF auf 250%. Und auch bei Euro-Franken-Warrants waren die Veränderungen nennenswert. CHFCX kam auf ein Plus von 227%, CHFBM auf 148%.

Bereits die Woche zuvor hatte es auf dem Devisenmarkt Preissprünge gegeben, nachdem die Schweizerische Nationalbank SNB im Rahmen ihrer Deflationsbekämpfung das Libor-Zinsziel weiter gesenkt und die Märkte mit Franken geflutet hatte.

Der Franken hatte gegenüber dem Euro 6 Rp. und gegenüber dem Dollar 3 Rp. verloren. Und auch hier hatte es grosse Sprünge am Derivate-Warrant-Markt gegeben.

Garantie auf Währungspaar

Für das Währungspaar Euro zu Franken stehen gut 130 Hebelprodukte zur Auswahl, für Dollar-Spekulationen rund 180 Scheine. Hinzu kommen für das Währungspaar Dollar zu Franken noch zehn Garantieprodukte mit 100% Kapitalschutz. Mit Abstand am meisten gehandelt wird aktuell das Produkt ZKB885, ein bis Mai 2013 laufendes Produkt mit einem Ausübungspreis bei 1.04 Fr. Wie bei Garantieprodukten üblich, geht der Schutz mit einem stark geglätteten Kursverlauf einher. So schlugen sich die 3%-Ausschläge zwischen den beiden Währungen in Wertveränderungen von einem halben Prozent nieder. Wer seit der Lancierung seit letztem Mai investiert war, hat sein hier angelegtes Vermögen einigermassen gradlinig um 6,5% vermehrt.

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Viele Anleger investieren indes nicht mit dem Ziel des Werterhaltes, sondern gestützt auf Richtungs- oder Absicherungsszenarien. Eine neue Funktion ist jetzt der Schutz gegen Eingriffe bzw. das Ausnutzen von Notenbankinterventionen. Die Währungsanalysten der Bank of America beispielsweise erwarten für den Euro-Franken-Kurs einen Preis von 1.60. Sie empfehlen deshalb, Euro-Calls bzw. Franken-Puts zu kaufen. «Wir gehen davon aus, dass die SNB den Kurs noch höher treiben wird», meinen die Währungsstrategien. Das grösste Risiko liegt laut den Analysten bei ähnlichen Aktionen anderer Notenbanken. Sollten diese sich nämlich auch dazu entscheiden, ihre Währungen aufzuweichen, um damit Wirtschaft und Import mit einer künstlich entfachten Inflation anzukurbeln, neutralisieren sich diese Effekte. In der Folge würden die Währungsschwankungen ausbleiben.

Bei der Bank of America empfiehlt man Scheine, die «am Geld» liegen, das heisst, der Ausübungspreis liegt auf der Höhe der aktuellen Notierungen. Warrants wie CHFZC, EURCH oder CHFMU laufen noch bis Jahresende oder darüber hinaus, haben vergleichsweise enge Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreisen), werden gehandelt und ihre impliziten Volatilitäten, die für die Preisstellung ein wichtiger Faktor sind, liegen unter 11%.

Unter den Dollarscheinen mit den gleichen Kriterien gabs letzte Woche neben den eingangs erwähnten Riesengewinnern für Puts wie USDHR, USDYN, USDPA und USDYL einige Nachfrage.