Die Aktienmärkte bieten langfristig mit einer durchschnittlichen Jahresperformance von 8% die höchsten Renditen unter den traditionellen Anlageklassen. Von Nachteil für den Anleger sind allerdings die hohen Schwankungen. So lagen die Jahresrenditen an der Schweizer Börse seit 1988 zwischen -35 und +55%. Dabei erreichten die kumulierten Positivrenditen mit 374% einen ungefähr dreimal höheren Wert als die kumulierten Negativrenditen mit 110%. Die zahlreichen Ausreisser auf beiden Seiten erschweren es, einen stetigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Genau dieser stetige Vermögenszuwachs ist aber für die meisten Anleger von hoher Priorität. Eine Vermeidung solcher Extreme wäre sehr wünschenswert. Parameter, die sich gegenläufig zum Börsengeschehen entwickeln, könnten hier Abhilfe schaffen.

Gegenläufige Beziehung

Wie verschiedene Untersuchungen gezeigt haben, gibt es Messgrössen, welche einen nahezu spiegelbildlichen Verlauf zum Geschehen an den Aktienmärkten zeigen. Eine der besonders robusten Kennziffern ist die Volatilität, welche quasi das Angstbarometer ist. Nimmt die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung zu oder tritt ein unvorhergesehenes Ereignis ein, dann ziehen die Schwankungen massiv an. Gleichzeitig neigen die Märkte in solchen schwierigen Zeiten in der Regel zur Schwäche. Ein vollständiger oder zumindest teilweiser Rückzug aus dem Renditemotor Aktien wäre dann zweifellos günstig. Der entgegengesetzte Verlauf der beiden Grössen Volatilität und Aktienkurse weist kaum Fehlsignale auf. Die gegenläufige Beziehung hat sich im Gegenteil als äusserst robust erwiesen, sowohl in unterschiedlichen Märkten als auch über verschiedene Zeitabschnitte hinweg. Es ist zudem ein Irrtum zu glauben, dass ein hohes Risiko, gekennzeichnet durch eine hohe Volatilität, mit einer überdurchschnittlichen Rendite entschädigt wird. Für den Anleger wäre es somit vorteilhaft, immer dann an den Börsen stark exponiert zu sein, wenn die Volatilität tief ist und umgekehrt. Offen bleibt für eine derartige Strategie der ideale Schnittpunkt. Wann es opportun ist, aufgrund der Volatilität sein Engagement zu verringern, ist schwierig festzumachen. Helfen können historische Durchschnittswerte und automatische Strategieansätze. Eine permanente, selbständige Überwachung von Aktienkursen und Volatilität ist hingegen mühsam und zeitaufwendig.

Intelligente Anlagestrategie

Ein geeigneter Ansatz zum Einbau der Volatilität beginnt mit der Aufnahme der persönlichen Rendite/Risiko-Präferenz. Im Vordergrund steht die maximal mögliche Risikofähigkeit eines Anlegers. Mit anderen Worten: Wie hoch dürfen die Schwankungen des Vermögens ausfallen, damit der Investor ruhig schlafen kann? Danach wird bestimmt, welcher Aktienmarkt abgedeckt und welche Bondkomponente hinzugefügt werden soll. Eine Schätzung von Optimierungshilfsgrössen wie der Volatilität und der Korrelation dient als Basis für die perfekte Aufteilung der Anlageklassen. Für die Schätzung kann entweder auf die historische Volatilität über einen gewissen Zeitraum zurückgegriffen werden oder auf die sogenannte implizite Volatilität, welche auf empirisch gemessenen Optionspreisen beispielsweise von Calls und Puts auf den Swiss Market Index SMI basiert. Nach der Bestimmung des Volatilitätsschätzwertes wird die Aktien- und Bondkomponente so festgelegt, dass die erwartete Schwankung des Portfolios der Zielvolatilität entspricht. Diese Vorgehensweise führt zu einer wesentlich stetigeren Wertentwicklung des Vermögens.

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Mit und ohne Schutz

Umsetzen lässt sich eine solche Strategie, die sich an der Volatilität orientiert, mit verschiedenen strukturierten Produkten. Für die Wahl des geeigneten Produktes spielt die Risikobereitschaft des Anlegers eine entscheidende Rolle. Für risikoscheue Anleger bieten sich Lösungen mit Kapitalschutz an. Kunden mit grösserer Risikotoleranz können lineare Lösungen wählen, ohne Minimalschutz, aber mit einer Verringerung der Schwankungen dank einer volatilitätsoptimierten Steuerung der Anlageklassen.

Je turbulenter es an den Aktienmärkten zugeht, desto höhere Werte zeigt das Schwankungsmass an Volatilität. Diese Errungenschaft kann, wie aufgezeigt, gewinnbringend für eine Anlagestrategie eingesetzt werden.