Es war ein weiterer schwarzer Tag für die Börse in Zürich. Vorübergehend sank der Swiss Market Index (SMI) sogar unter die Marke von 8000 Punkten. Schliesslich schloss er um 1,5 Prozent tiefer bei 8003 Punkten. Das ist das vierte Minus in Folge.

Im Fokus stand die Credit Suisse. Die Aktien der Grossbank stürzten 10,9 Prozent auf 14,73 Franken ab – der tiefste Stand seit mehr als 20 Jahren. Die Credit Suisse rutschte im vergangenen Jahr erstmals seit sieben Jahren in die roten Zahlen. Aufräumarbeiten in der Bilanz brockten der zweitgrössten Schweizer Bank einen Verlust von 2,9 Milliarden Franken ein. Zudem schwächelte das Tagesgeschäft.

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Kein Licht am Ende des Tunnels

Die Bank habe die bereits tiefen Ergebniserwartungen auf allen Stufen verfehlt, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank. Die ZKB-Analysten überschrieben ihren Kommentar mit: «Wo bleibt das Licht am Ende des Tunnels?»

Einzelne Händler sprachen von übertriebenen Verkäufen. «Konzernchef Thiam dürfte wohl insgesamt eher etwas mehr Belastungen verbucht haben, als absolut nötig gewesen wären», sagte ein Analyst.

UBS-Aktie wertvoller als CS-Papier

Die Anteile von Rivale UBS, die seit der Veröffentlichung des Jahresergebnisses am Dienstag auf Talfahrt sind, fielen um weitere 0,7 Prozent.

Erstmals seit mehreren Jahren liegt der UBS-Kurs allerdings über dem der Credit Suisse.

Billiger Zementriese

Unter Druck stand auch LafargeHolcim. Die Platzierung von 37,2 Millionen Aktien drückten den Kurs zeitweise mehr als sieben Prozent ins Minus. So wenig wert war der Zementproduzent zuletzt im Frühling 2009. Die UBS platzierte Händlern zufolge für die Sberbank Aktien, die die russische Bank jüngst von Grossaktionär Eurocement übernommen hatte.

Händler orteten auf dem tiefen Kursniveau zaghafte Käufe langfristig orientierter Anleger. Zu Börsenschluss lagen die Titel noch gut drei Prozent im Minus.

Ohrfeige für Schaeppi

Auch die Aktien von Swisscom rutschten nach dem Jahresbericht knapp drei Prozent ab. Der Telekomkonzern verzeichnete 2015 einen Gewinneinbruch von einem Fünftel auf 1,362 Milliarden Franken.

Die Dividende solle dennoch unverändert 22 Franken je Aktie betragen.

Pharma-Titel boten keinen Halt

Keine Stütze boten die an sich als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte. Die Pharmawerte Roche und Novartis sanken um 1,5 und 2,5 Prozent. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé waren gut ein Prozent tiefer.

Auf Erholungskurs gingen die Aktien von Swatch mit gut zwei Prozent Kursgewinn. Der Uhrenkonzern hatte am Vortag einen um rund 20 Prozent gesunkenen Jahresgewinn veröffentlicht . Im Sog von Swatch stiegen auch die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont um 0,5 Prozent.

(reuters/ise/mbü)