Die Auftragseingänge bei Industriefirmen deuten auf eine Erholung - und diese sind bekanntlich die «härtesten» Indikatoren für den Zustand der Wirtschaft. Denn dort wird nicht, wie beispielsweise beim Umsatz, der Erfolg vergangener Jahre gemessen, sondern ein Blick in die Zukunft gewagt. Für Makro-Analysten spielt der Einkaufsmanager-Index sogar jeweils die Hauptrolle.

Analysten von HSBC etwa registrierten diesbezüglich für die Schwellenländer die besten Zahlen seit zwei Jahren. Eurostat stellte in Europa nach einer Stagnation im Februar eine Belebung für den März in Aussicht.

Pumpengeschäft erholt sich

Erste harte Auftragseingangsdaten zum 1. Quartal wird in der Schweiz auch Sulzer am 15. April melden. Die Analysten von Vontobel erwarten einen Auftragseingang von 736 Mio Fr., das wäre etwa auf der Höhe des vorangegangenen Dreimonatsabschnitts. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Rückgang von 12,5%. Für die Sparten Chemtech und Metco sind laut den Vontobel-Analysten die zyklischen Tiefpunkte passiert, beim Pumpengeschäft herrsche dagegen noch Flaute.

Die Sulzer-Aktie konnte bereits deutlich Boden gutmachen und hat sich seit Jahresbeginn um fast einen Drittel verteuert. Aufgrund der langfristig attraktiven Perspektiven bleiben die Vontobel-Analysten für Sulzer bei ihrer Kaufempfehlung. Die Aktie ist gegenwärtig mit dem 18-Fachen des Gewinns bewertet. Etwas optimistischer ist man bei der Credit Suisse. Hier liegt die Erwartung für den Auftragseingang bei 775 Mio Fr., was einem Rückgang von lediglich 7% entspräche. Entscheidend ist auch in dieser Kalkulation das Pumpengeschäft; hier geht man indes bereits von einer Erholung beispielsweise in Brasilien aus. Bei Credit Suisse hält man die gegenwärtige Bewertung zum knapp 17-Fachen des Gewinns pro Aktie für «fair».

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Sulzer bewegt die Konkurrenz

Nach den Sulzer-Ordereingangszahlen werden die Analysten ihre Modelle für den Konzern und auch die Konkurrenten anpassen. Anleger bekommen möglicherweise bereits gleichentags bei der Generalversammlung (GV) von Bucher durch die Kommentare der Geschäftsleitung erste Anhaltspunkte auf das 1. Quartal. «Traktor aus dem Schlamm befreit» kommentierten die Analysten von Vontobel den sich hier abzeichnenden Turnaround. Die Aktie hat sich zuletzt erfreulich entwickelt und seit Jahresbeginn 20% zugelegt. Erst zwei Wochen später wird der Agrarmaschinenspezialist seinen 1.-Quartals-Umsatz melden, zwei Tage nach dem Aufzugskonzern Schindler. Bei OC Oerlikon geht es jetzt um das nackte Überleben, hier ist Mitte Mai zur GV ein «Trading Update» fällig. Noch länger müssen die Aktionäre von Rieter warten. Erst im August wird dort über das 1. Halbjahr berichtet - aber vielleicht gibt es auch hier erste Hinweise an der GV vom 28. April.