Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag zur Mittagszeit kaum verändert zum Vortagesschluss. Der SMI eröffnete am Morgen mit schwachen Vorgaben aus Übersee zunächst klar tiefer, baute die Verluste im Laufe des Vormittags aber ab. Besonders die Schwergewichtige Novartis und Nestlé sind ins Plus gedreht und stützen damit den SMI.

Die ersten drei Tage der Woche hatte der Index sich bereits erholt und steht auf Wochensicht fast 3 Prozent im Plus. So richtig komme aber noch keine Freude auf, und die Unsicherheit der Investoren sei weiterhin gross, hiess es im Handel.

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Hohe Volatilität

Das Auf und Ab setze sich bei nach wie vor hoher Volatilität fort. Dies dürfte auch bis zur Fed-Sitzung in der kommenden Woche und auch danach wegen der grossen Unsicherheit über die globale Konjunktur anhalten.

Im Tagesverlauf könnte eine tiefere Eröffnung der Börsen in den USA auch an den europäischen Märkten wieder Druck ausüben. Dieses Risiko bestehe, so ein Marktbeobachter. Die US-Futures tendieren derzeit allerdings positiv. Am Nachmittag stehen US-Konjunkturdaten - unter anderem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe - auf der Agenda.

Schwergewichte im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12.00 Uhr 0,09 Prozent höher bei 8'879,91 Punkten und damit rund 110 Punkte über dem bisherigen Tagestief. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt dagegen 0,08 Prozent auf 1'315,08 ab, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06 Prozent höher bei 9'038,89 Zählern steht. Von den 30 Blue Chips stehen mittlerweile 18 im Minus, acht im Plus und vier unverändert.

Auffallend deutlich haben Actelion (+2,7 Prozent) ihre Gewinne im Laufe des Vormittags ausgebaut. Konkrete Gründe dafür gibt es laut Händlern allerdings nicht dafür. Der Titel sei aber immer mal wieder im Fokus als Übernahmekandidat. Zudem würden defensive Pharmatitel im aktuell volatilen Umfeld relativ stark gesucht.

Defensive Titel gefragt

Neben Actelion sind weitere defensive Titel gefragt wie etwa die schwergewichtigen Novartis (+0,5 Prozent auf 95,30 Franken) und Nestlé (+0,4 Prozent auf 72,75 Franken), die den SMI ordentlich anschieben. Roche (+0,1 Prozent auf 262,30 Franken) legen etwas moderater zu.

Sowohl für Roche wie auch für Novartis bestätigte der US-Broker Jefferies im Rahmen eines Updates zur Pharmabranche die Kaufempfehlungen. Weitere Gewinner sind mit Lonza (+1,7 Prozent) und Geberit (+0,4 Prozent) ebenfalls eher defensive Werte.

Luxustitel unter Druck

Besonders unter Druck stehen zur Mittagszeit dagegen die Luxusgütertitel Swatch (-1,7 Prozent) und Richemont (-1,3 Prozent). Wirtschaftsdaten aus dem für die Konzerne wichtigen Markt China am Morgen hätten erneut Hinweise auf die derzeitige Schwäche der dortigen Konjunktur gegeben und würden entsprechend die Titel belasten, heisst es dazu.

Deutlich tiefer notieren auch Sika (-1,1 Prozent) sowie ABB (-1,0 Prozent auf 18,35 Franken). Nach dem Capital Markets Day beim Technologiekonzern am Vortag hat Goldman Sachs das Kursziel auf 16,00 von 15,50 Franken nachgezogen, allerdings die Einstufung «Sell» belassen. Ein deutliches Gewinnwachstum wäre nötig, um die Aktie in Bewegung zu bringen, heisst es zudem in einem Kommentar von JPMorgan.

Swisscom im Minus

Ebenso notieren Swisscom (-1,0 Prozent) nach negativen News im Minus. Die Gründung der gemeinsamen Werbevermarktungsfirma mit Ringier und SRG wird nämlich von der Weko untersucht - wegen Anhaltspunkten für eine sich möglicherweise ergebende marktbeherrschenden Stellung. Die Prüfung muss innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten erfolgen.

Am breiten Markt stechen Orascom (+2,6 Prozent) positiv hervor, nachdem eine zur Gruppe gehörende Tochter für die Entwicklung von Landreserven im ägyptischen Ferienort El Gouna beauftragt wurde. Partners Group (+1,4 Prozent auf 336,50 Franken) legen ebenfalls deutlich zu. Hier hat die UBS nach der Zahlenvorlage am Dienstag die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel deutlich auf 371 Franken erhöht.

Kudelski (-1,5 Prozent) stehen hingegen unter Druck, obwohl die Tochter Nagra einen Verkaufserfolg in Korea vermelden konnte. Klare Verlierer aus der zweiten Reihe sind auch Sunrise (-1,1 Prozent auf 56,95 Franken), wobei hier die Deutsche Bank die Umsatzschätzungen und gleichzeitig das Kursziel gesenkt hat. Der Anbieter Salt habe seine Preise um 10 bis 20 Prozent gesenkt, aber weder Sunrise noch Swisscom hätten derzeit die Absicht nachzuziehen, heisst es dazu.

(awp/mbü)