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Schweizer Börse auf Konsolidierungskurs

SMI: Abgaben im frühen Handel. Keystone

Der Schweizer Aktienmarkt notiert zum Mittag klar im Minus. Auch wenn die Sorgen um China etwas nachgelassen haben, bleibt die Nervosität hoch. Ein SMI-Titel wird besonders abgestraft.

Veröffentlicht am 28.08.2015

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitagmittag weiterhin schwach, hat sich vom Tagestief aber lösen können. Im Handel war von einer Verschnaufpause nach der turbulenten Woche und insbesondere nach den starken Kursgewinnen vom Vortag die Rede. Die Unsicherheit im Markt sei zwar unverändert hoch. Die Sorgen um China, die als Auslöser für die jüngste Berg- und Talfahrt gelten, seien zuletzt aber geringer geworden. Hierzulande fallen Adecco mit grösseren Verlusten auf.

In China hatten sich die Aktienmärkte am Freitag weitger erholt, nachdem am Donnerstag eine Trendwende eingeleitet wurde. Die Zentralbank sah sich dennoch veranlasst, weiteres Geld ins Finanzsystem zu pumpen und stellte über kurzfristige Liquiditätsgeschäfte umgerechnet knapp 9 Milliarden Franken für den Interbanken-Geldmarkt zur Verfügung. Dies ist bereits die zweite derartige Geldspritze in dieser Woche.

Und in der ersten Wochenhälfte wurden die Leitzinsen gesenkt - zum fünften Mal seit November. Mit den Massnahmen will die Zentralbank die starken Turbulenzen an den chinesischen Börsen sowie die zuletzt enttäuschende konjunkturelle Entwicklung in den Griff bekommen. Die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten dürfte zu ein guten Teil vom Ergebnis dieser Eingriffe abhängen, erklärte ein Händler. «Alles schaut derzeit nach China.»

Der Swiss Market Index (SMI) verliert kurz nach 12 Uhr 0,44 Prozent auf 8'773,59 Punkte. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,51 Prozent auf 1'297,04 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44 Prozent auf 8'933,15 Zähler. Von den 30 Blue Chips stehen 22 im Minus, 6 im Plus und 2 unverändert.

Am Berichtstag gerät die Aktie des Arbeitskräftevermittlers Adecco (-3,5 Prozent) unter die Räder. Der Titel wird von einer umstrittenen Entscheidung zur Neubewertung der Arbeitsverhältnisse von Temporärkräften und freien Mitarbeitern belastet, die in den USA das National Labor Relations Board vorgenommen hat. Sollte die kontroverse Entscheidung Bestand haben, dürfte dies die Beschäftigung von Zeitarbeitsnehmern für US-amerikanische Firmen erschweren, heisst es in Kommentaren. Die Region Nordamerika ist mit gut 20 Prozent vom Umsatz ein wichtiger Markt für Adecco.

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich gemessen am SMI auf Wochensicht bislang ein leichtes Minus ab, dies nach Einbrüchen am Montag und Mittwoch und Gegenbewegungen am Dienstag und Donnerstag. Bergab ging es in erster Linie für den SMI-Wert Syngenta (Wochenminus bisher 12 Prozent). Auslöser für den Kursrutsch war das zurückgenommene Übernahmeangebot der US-amerikanischen Monsanto. Die Syngenta-Aktien notieren aktuell (-0,7 Prozent) in etwa auf dem Niveau, auf welchem sie vor Bekanntwerden der Monsanto-Offerte im Mai notiert hatten.

Deutlich zurückgekommen sind auf Wochensicht auch Transocean, die aktuell aber mit +3,6 Prozent die stärksten Aufschläge verzeichnen. Zur Wochenmitte waren die Titel des Offshore-Erdölbohrers eingebrochen, nachdem bekannt wurde, dass die Konzernleitung die noch ausstehende Dividendenzahlung streichen lassen will und Bilanzsanierungsmassnahmen ergreift. Am Vortag waren die Titel aber bereits wieder vom zuvor markierten Allzeittief kräftig gestiegen.

Nennenswerte Gewinne verzeichnen noch UBS (+0,4 Prozent); aber insbesondere die schwergewichtigen Nestlé geben dem Markt mit +0,2 Prozent Stütze.

Grössere Einbussen verzeichnen dagegen Kühne+Nagel (-1,8 Prozent) sowie CS, Roche und Geberit, die alle über 1 Prozent nachgeben.

Am breiten Markt fallen Alpiq (+5,2 Prozent) und Kaba (+3,4 Prozent) mit grösseren Gewinnen auf. Der Energiekonzern Alpiq hatte im ersten Semester aufgrund erneuter Abschreibungen allerdings einen grossen Verlust geschrieben. Dass die Aktie dennoch zulegt, dürfte mit der eher geringen Liquidität des Titels zusammenhängen, wie es im Handel hiess. Schon kleine Orders würden so für Bewegung sorgen. Die Ausschläge in Kaba werden auf die Zahlen des designierten Fusionspartners, die deutsche Dorma-Gruppe, zurückgeführt. Im per Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert.

Zahlen legten auch Adval Tech (-0,7 Prozent), Bachem (+0,6 Prozent), Zug Estates (-0,4 Prozent), Edmond de Rothschild (+1,7 Prozent), Nebag (-1,4 Prozent) und ENR Russia Invest vor. Letztere wurden am Berichtstag noch nicht gehandelt

(awp/dbe)

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